|
Wenn man ein altes Haus kauft, kommt
einiges auf einen zu. Manches weiß man beim Kauf, auf vieles andere stößt
man aber erst im Nachhinein. Wir haben mit anderen "Sanierern" gesprochen.
Ihnen erging es nicht besser. Man muss ungemein aufpassen, während der
Sanierungsarbeiten nicht den Mut zu verlieren.
Die Bilder zeigen, warum eine
grundlegende Sanierung unseres neu erworbenen Eigenheimes unausweichlich war
und immer noch ist.
|
|
Was wir beim Kauf
wussten
|
|

Vor der Sanierung |
Da bis dato nur
zwei Fenster modernen Wohnbedürfnissen entsprachen, wollten wir die
Fenster wechseln. Hier ist das alte Wohnzimmerfenster zu sehen, an
dessen Stelle mittlerweile eine große Terrassentür getreten ist.
Die
Heizungsanlage musste ohnehin komplett erneuert werden. |

Nach der Sanierung |
|

Der Flur vor der
Sanierung
|
Alle
Heizungsrohre waren an den Wänden entlang verlegt. Die meisten verliefen
sogar wie auf dem Foto oben an den Wänden. Warum? An den
betreffenden Stellen hatten hohe Schränke gestanden. Die hätte man bei
Einbau der Heizungsrohre wegräumen müssen! |

Der Flur nach der Sanierung |
|

Damals
|
Die Elektrik war absolut chaotisch.
Es gab z.B. zwei Zähler mit zwei Rechnungen und zweimal Grundgebühr!
Darüber hinaus gab es Lichtschalter und Steckdosen von jeder Form und
Farbe. Wir konnten keine zwei gleichen finden - mit einer Ausnahme... |

Heute |
|

|
Einst war ein
Teil des Hauses an Feriengäste vermietet worden (mindestens vor 20
Jahren!). Dafür hatte man in zwei Räume Waschbecken eingebaut. Die alten
Fliesenspiegel aber nach dem Abbau der Waschbecken zu entfernen, war
wohl nicht mehr drin. Sie waren ganz einfach übertapeziert worden! |
|
|

Damals:
Unordnung, Chaos und vor allem Dreck |
Nicht nur auf
dem Dachboden stapelte sich der Müll. Wir hatten zwar mit den
Vorbesitzern das Entfernen des Mülls vertraglich vereinbart. Das hielt
sie dennoch nicht davon ab, sich einfach aus dem Staub zu machen. |

Heute: Ordnung
und gedämmte Zimmerdecken
|
|

Die alte kaputte
Dachrinne
|
Die Dachrinnen waren komplett
hinüber. Das mussten wir als Erstes in Ordnung bringen. Dabei kostet das
nun wirklich nicht die Welt. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass
einem sonst das Haus unter dem A... wegfault. |

Die neue
Dachrinne |
| |
|
|
Darüber hinaus wussten wir, dass
wir nach und nach etwas für die Wärmeisolierung des Hauses tun mussten.
Auch die Dachsituation bereitete uns Kopfzerbrechen. Denn unser Haus
besteht aus einem alten Teil, der in den 1930er Jahren erbaut worden ist sowie mindestens zwei Anbauten in den 1960er Jahren.
Entsprechend erhielt jeder Bauabschnitt ein eigenes Dach. So hat der
30er-Jahre-Bau ein Ziegeldach, während die restlichen 3/4 des Hauses
eine Dachpappen-Eindeckung haben. Hinzu kommen unterschiedliche
Dachhöhen und -neigungen.
Alles in allem: Es hätte auch so
schon genug zu tun gegeben. Einiges kam aber trotzdem noch dazu und
duldete keinen Aufschub.
|
|
Was wir später
herausgefunden haben
|
|

Noch steht die
Wassertonne...
|
Noch am Tag der
Schlüsselübergabe jagte uns diese Wassertonne, die an der Wand zum
Schlafzimmer stand, einen gehörigen Schrecken
ein... |

... und jetzt ist
sie weg! |
|

Die nasse Zimmerecke vor der
Sanierung
|
... Wir entdeckten im Schlafzimmer diesen massiven Wasserschaden hinter
einer Schicht aus Styropor und Tapete. Wie man am Schimmel sehen kann,
bestand das Problem nicht erst seit gestern.
Später stellte sich heraus, dass die Vorbesitzer alle Außenwände von
INNEN mit Styropor "gedämmt" hatten. Ein prima Nährboden für die
Entstehung von gesundheitsschädlichem Schimmel mit Null-Dämmeffekt!
Übrigens hat man den Schimmel
weder gesehen noch gerochen. Uns war die betreffende Stelle nur
aufgefallen, weil sich die Tapete dort gelöst hatte und notdürftig mit
einer Reißzwecke befestigt worden war - aufgrund der Feuchtigkeit. |

Dieselbe
Zimmerecke heute |
|

Vor der Sanierung
|
Im ehemaligen
Schlafzimmer der Vorbesitzer kam diese Decke aus Asbestplatten ans
Tageslicht. Wir hatten eigentlich nur die hässliche
Styropor-Deckenverkleidung entfernen wollen. Nun musste die gesamte
Decke raus und fachmännisch entsorgt werden. Im Nachhinein stelle sich
das jedoch als Glücksfall heraus, denn... |

Nach der Sanierung |
|

Die alten
zerfressenen Dachlatten wurden entfernt... |
... wir
stellten fest, dass sowohl Deckenlatten als auch Deckenbalken, an der
die Asbestdecke
befestigt gewesen war, komplett vom Borkenkäfer gefrühstückt worden waren. Dass
die Decke oben geblieben war, grenzte an ein Wunder!
Nun waren wir
erst recht misstrauisch geworden und überprüften sämtliche Holzteile im
Haus. Und was sollen wir sagen? Alles war befallen und zerfressen.
Sogar die Türzargen, die eigentlich ganz normal weiß gestrichen
ausgesehen hatten, entpuppten sich als nur noch von der Farbe
zusammengehalten. |

...und durch OSB-Platten ersetzt,
an welche dann noch von unten Gipskartonplatten geschraubt wurden.
|
|

Der alte feuchte
Boden aus Beton und MDF musste komplett entfernt werden...
|
Und wenn man denkt, es könnte nicht
noch schlimmer kommen...
Nachdem wir die Teppiche und Auslegeware aus
den Räumen entfernt hatten, mussten wir erkennen, dass die Fußböden in
einem Großteil des Hauses aus MDF-Platten bestanden, die feucht geworden
waren. Sie waren richtig "aufgedunsen" und stanken extrem nach Ammoniak.
Zuerst konnten wir uns die
Feuchtigkeit nicht erklären. Erst nach Entfernen der Platten wurde uns
klar, wie es dazu gekommen war.
Unter den Platten gab es eine
dünne Schicht aus Dachpappe, die wohl als Feuchtigkeitssperre gedacht
gewesen war. Darunter war ein Betonfußboden. Die Dachpappe bedeckte
nicht alle Teile des Betonfußbodens, was an sich ja schon so eine Sache
ist. Aber das Schlimmste war, dass die MDF-Platten an den Betonfußboden
genagelt worden waren - durch die Dachpappe hindurch, ohne Unterlattung
oder sonstwas.
Das heißt: Über Jahre hinweg
kondensierte Luftfeuchtigkeit (die ja über die feuchten Außenwände
aufgrund der undichten Dachrinnen eh im Haus war) am kalten
Betonfußboden und war über die Nägel (Kältebrücke!) in die Platten
"gewandert".
Wir beschlossen endgültig,
tabula rasa zu machen. Alles raus! Inklusive Beton. Die niedrige
Deckenhöhe von 2,11 m hatte uns eh gestört. Hier war die Gelegenheit, es
richtig zu machen.
|

... Statt dessen
wurde ein schicker und gut gedämmter Dielenfußboden aus 2,7 cm dicker
Kiefer eingebaut. |
|

Der Zustand der
Schornsteine vor der Sanierung |
Beim Entfernen
der alten Schichten Tapete kamen uns gleich große Stücke des alten
Putzes entgegen. Dies war im gesamten Haus so, nicht nur beim
Schornstein auf dem Foto. Aber auch hier muss man von einem Glücksfall
sprechen, da wir unbedingt einen Kaminofen haben und den Schornstein
wieder nutzen wollten. So konnten wir wenigstens gleich sehen, dass wir
zuerst etwas zur Brandverhütung beitragen mussten.
Für die neue
Elektrik war dies ebenfalls von Vorteil.
Nicht so toll
war die Ursache des abfallenden Putzes. Man hatte beim Hausbau wohl nur
mit minderwertigem oder auch zuwenig Mörtel gemauert. Jedenfalls war in
den Fugen mehr Sand als Mörtel. Steffi durfte sich wochenlang
damit beschäftigen, die losen Fugen auszukratzen! |

Dieselbe Wand
nach der Sanierung |
|

Tonnenweise Sch...
|
Und als wäre das
alles nicht schon genug, fanden wir beim Entfernen der alten
Deckenlattung auch noch die rückwärtigen Überbleibsel der "Untermieter"
- tonnenweise Marderkacke.
Neben all dem
Staub und Dreck stank es dann auch noch bestialisch. |

Ohne
"Ganzkörperkondom" und Atemschutz war das Ausräumen des Dachbodens
schlichtweg nicht möglich.
(Der Schutthaufen
stammt übrigens ausschließlich vom Dachboden. Zwei weitere, größere
Haufen sollten noch dazu kommen plus 2 Bauschuttcontainer á 15 Kubik,
nachdem sämtliche Fußböden raus mussten!)
|
|
Wer sich jetzt fragt,
warum wir die Hütte nicht einfach abgefackelt haben und abgehauen sind:
Wir hatten/haben einen Traum. Und den gilt es zu verwirklichen. Da hilft
kein Jammern und kein Klagen.
Und wir haben
schon eine ganze Menge geschafft. Noch
ist nicht alles fertig. Wir werden auch weiterhin schuften müssen,
aber... Ach, schaut es Euch doch einfach selber an unter
Unser Sanierungs-Projekt
|