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Prinzip 1: Vermeidung von künstlichem Dünger (z.B. Blaukorn)
Wir benutzen keinen
künstlichen Dünger in unserem Garten. Wenn man sich unseren
"Strandsand" ansieht, ist eigentlich auch jedem sofort klar warum.
Dieser überaus leichte Boden besitzt eine zu geringe
Wasserhaltefähigkeit. Dünger würde ohnehin sofort wieder ausgewaschen
werden. Kompost hingegen verbessert die Struktur des Bodens und damit
seine Wasserhaltefähigkeit. Nur so ist eine Bepflanzung unserer
Binnendüne möglich.
Eine Kombination von Kompost
und Dünger macht nach unserem Dafürhalten auch wenig Sinn, denn der
Dünger würde die wichtigen Mikroorganismen abtöten, die im Kompost
leben. Das ist der Grund, warum in der industriellen Landwirtschaft
die Böden irgendwann brach liegen müssen, weil sie ausgelaugt sind.
Während der Brache siedeln sich dann diese Bodenlebewesen wieder an.
Der Kompost beschleunigt diesen natürlichen Vorgang, indem er die
Kleinstlebewesen praktisch auf den Sand "überträgt".
Kompost allein genügt jedoch
noch nicht, denn er allein würde durch den Regen und die Pflanzen
schnell zerfallen und seine Nährstoffe ebenfalls ausgewaschen werden,
wodurch die Bodenlebewesen auch wieder absterben würden. Womit wir
beim zweiten Gartenprinzip wären.
Prinzip 2: Mulchen
Wir mulchen, um den Boden vor
Erosion zu schützen. So haben wir den Gemüsegarten im Sommer mit
Kompost gemulcht, um den Boden vor Austrocknung zu schützen. Unsere
frisch gepflanzte Brombeerhecke haben wir mit Rindenmulch gemulcht,
ebenso die Ligusterhecke und die kleine Hibiskushecke im Ziergarten.
Wir haben jedoch die Erfahrung machen können, dass eine lebendige
Mulchschicht in Form von schwach zehrenden Bodendeckern am besten
funktioniert und auch noch schön aussieht. Auf diesem Foto könnt Ihr
Euch ein Beispiel ansehen:

Pfennigkraut als Bodendecker
Pfennigkraut als Bodendecker
können wir wirklich jedem Gartenbesitzer für den Ziergarten empfehlen. Es ist absolut
anspruchslos und passt sich jedem Boden und jedem Standort an. Es wächst sogar im Wasser!
Aber auch auf unserem trockenen und sandigen Untergrund fühlt es sich
wohl und breitet sich rasant aus, ohne die anderen Pflanzen zu
erdrücken.
Unsere Rosen haben wir 2009 mit
Birkenlaub gemulcht. Der Boden hat sich daraufhin so sehr verbessert,
dass sich der Hahnenfuss von selber dort angesiedelt hat. Und der
wächst eigentlich eher auf Fettwiesen. Erstaunlicherweise hat diese
Bepflanzung toll funktioniert und auch ausgesehen. Allerdings musste
der Hahnenfuss nach der Blüte zurückgeschnitten werden, da er braun
und unansehnlich geworden war. Die Mehrarbeit machte er aber wieder wett,
indem er ein zweites Mal geblüht hat und dann zusammen mit den Rosen.
(Aber Vorsicht: bestimmte Hahnenfussarten sind fürchterliche
Wurzelunkräuter!)
Übrigens funktionieren bei uns
auch alle Sedum-Arten gut als Bodenbedeckung. Vor allem Mauerpfeffer
und Tripmadam. Steinbrech geht auch prima. Der Boden bleibt dann aber
eher sandig. Für die Unterpflanzung von Iris eignen sich diese
Pflanzen daher bestens.
Im Gemüsegarten ist eine
Bepflanzung mit Bodendeckern bei unseren Sandboden schwierig, weshalb
wir 2009 mit Kompost gemulcht haben. Das hat auch prima funktioniert.
Nur siedeln sich auf der Oberfläche des Kompost gern unerwünschte
Unkräuter unbekannter Art an, die auch noch schreckliche Ausläufer
bilden, weshalb wir es in diesem Jahr mit Kräutern und Blumen
versuchen wollen. Die könnten mit ihrem Geruch auch gleich noch
Schädlinge vertreiben. Womit wir uns schon mitten im Thema
"Fruchtfolge und Mischkultur" befänden.
Prinzip 3: Fruchtfolge und
Mischkultur
Gerade was den Gemüsegarten
angeht, muss man neben Kompostgaben und Mulchen noch die jährlichen
Fruchtfolgen berücksichtigen. Würde man mehrere Jahre hintereinander
immer dieselben Pflanzen derselben Gattung (z.B. Kürbisgewächse nach
Kürbisgewächsen) auf ein Beet pflanzen, würden sie mit der Zeit immer
schwächlicher und kränker, der Ertrag würde zurückgehen oder ganz
ausfallen. Sogar dann, wenn man jedes Jahr Kompost dazugäbe. Der Grund
ist, dass die Pflanzen einer Gattung immer die gleichen
Nährstoffe aus dem Boden ziehen und dieselben sekundären
Pflanzenstoffe im Boden hinterlassen. Für den Hausgarten bedeutet das,
dass man auf einem Beet nur alle 4 Jahre dieselbe Gattung pflanzen
sollte. Nach den Starkzehrern pflanzt man die Mittelzehrer, danach die
Schwachzehrer und im vierten Jahr eine Gründüngung. Das macht eine
gute Planung unerlässlich. Und es erklärt, warum man nicht auf ein
Logbuch verzichten sollte.
Mischkulturen - also das
Nebeneinanderpflanzen verschiedener Gattungen auf einem Beet - sollen
dem Auslaugen des Bodens entgegen wirken und vor dem Befall mit
Schädlingen schützen. Das klassische Beispiel für eine Mischkultur ist
eine Kombination von Zwiebeln oder Lauch mit Möhren. Beide Arten
sollen sich gegenseitig vor dem Befall mit Lauchmotten/Zwiebelfliegen bzw.
Möhrenfliegen bewahren. An diesem Beispiel kann man auch gut erkennen,
was ein klassisches Funktionsprinzip der Mischkultur ist: Tiefwurzler
(Möhren) werden mit Flachwurzlern (Zwiebeln) kombiniert, so dass
sich die verschiedenen Pflanzenarten nicht gegenseitig die Nährstoffe wegnehmen
können. (Auch wenn die moderne Wissenschaft die hilfreiche Wirkung von
Zwiebeln und Möhren anzweifelt.)
Ein anderes
Funktionsprinzip der Mischkultur ist das Kombinieren von schnell u.
langsam wachsenden Pflanzen. Oder von niedrigen mit hohen Arten. Der
folgenden Tabelle sind die jeweiligen Arten zu entnehmen:
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Zwischenkultur
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Unterpflanzung
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Schnell wachsende Salatgemüse mit kurzer
Kulturzeit
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Langsam wachsende Salatgemüse mit langer
Kulturzeit
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Hohe & kletternde Pflanzen
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Niedrige Pflanzen
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Sommerrettich, Sommerradies
Kopfsalat
Mairüben
Schnittsalate (Gartenkresse, Koriander, Ölrauke,
Raps, Senf, Endivie)
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Blumenkohl
Rot- & Weißkohl
Brokkoli
Rosenkohl
Pastinaken
Wurzelpetersilie
Haferwurzel
Schwarzwurzel
Zwiebeln, Schalotten
Knollensellerie
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Zuckermais
Kletternde Kürbisarten (u.a. Gurken)
Stangenbohnen, Feuerbohnen
Hohe Rosenkohlarten
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Kriechend wachsende Kürbisse u. Gurken
Feldsalat*
Buschbohnen*
Schnittsalate*
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Anm.: Zuckermais kann mit allen niedrigen
Pflanzen kombiniert werden. Alle anderen genannten hohen
Gemüsearten nur mit solchen unterpflanzen, die mit einem
Sternchen gekennzeichnet sind.
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Vorschläge
für Zwischenkultur und Unterpflanzung (aus: Larcom, J. (1995). Der
Gemüsegarten. Mosaik Verlag. S. 17.)
Wir versuchen Fruchtfolge und
Mischkultur gemeinsam zu verwirklichen, was zu einer Reihe von
Problemen führt. Zum Beispiel mögen wir lieber Starkzehrer essen (also
Kürbis, Zucchini, Gurken, Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Melonen...)
als Mittel- (Kohlrabi, Rüben aller Art, Salat) oder Schwachzehrer
(Bohnen, Erbsen, Spinat). Außerdem braucht man für den Anbau von
Starkzehrern nach unseren Erfahrungen deutlich mehr Platz als für
Mittelzehrer oder Schwachzehrer. Beim jährlichen Wechsel der
Anbauflächen müssten wir jedes Jahr unseren Gemüsegarten für die
Starkzehrer vergrößern, um keine Fruchtfolgeprobleme zu bekommen.
Hier findet ihr eine Liste
der gängigsten Gemüsearten und ob sie Schwach-, Mittel- oder
Starkzehrer sind.
Hinzu kommt noch, dass Bohnen und
Erbsen zu den sogenannten "Leguminosen" gehören. Das heißt, sie
produzieren in kleinen Verdickungen an ihren Wurzeln mithilfe von
Knöllchenbakterien Stickstoff, der ein wunderbarer Dünger ist. Daher
pflanzen wir sie in Mischkultur mit den Starkzehrern an. Ein extra
Beet nur für die Schwachzehrer entfällt also bei uns. Uns bleibt
demnach gar nichts anderes übrig, als die Bepflanzung im Gemüsegarten
in jedem Winter neu bis ins Detail zu planen. Und das nicht nur für
das kommende Jahr, sondern auch darüber hinaus. Wir sind selbst gespannt
darauf, wie wir mit diesen Problemen in den kommenden Jahren umgehen
werden.
Prinzip 4: Natürliche
Schädlingseindämmung
Ein Teil der natürlichen
Schädlingseindämmung (wir sprechen extra nicht von
Schädlingsbekämpfung) wurde ja schon unter Prinzip 3 erläutert.
Wir haben es uns als Ziel gesetzt, nach Möglichkeit nicht die
chemische Keule hervorzuholen, wenn ein bestimmter Schädling in Massen
bei uns auftritt. Aber in der Realität ist das oft nicht so leicht.
Als Beispiel haben wir in einem früheren Kapitel bereits über die
Spanische Wegschnecke und den Einsatz von Schneckenkorn gesprochen. Da
hilft unserer Ansicht nach keine andere Maßnahme mehr.
Ein anderes Problem stellen in
unserem "Sandgarten" die Ameisen dar. Wir werden mal versuchen,
Euch alle Ameisenarten vorzustellen, die die Düne mit uns teilen. Es
sind so einige. Eine Art kannten wir bisher noch gar nicht und haben
sie auch noch nie woanders gesehen.
Hier geht`s zu den schwer zu
fotografierenden und noch schwerer zu unterscheidenden Ameisen.
An
sich haben wir nichts gegen Ameisen und tun ihnen auch nichts. Man
muss aber schon sagen, dass es ein Kampf mit ihnen ist. Denn sie sind
einfach überall. Unter jedem Stein, der auf dem Grundstück liegt,
wohnt eine andere Kolonie. Im Sommer haben wir uns gewundert, wie
unser frisch gesäter Rasen aussah - ein Sandhäufchen neben dem anderen
und vom Rasen kaum was zu sehen. Und das führt dann dazu, dass man den
Rasen nicht mehr nutzen kann z.B. für ein Sonnenbad. Zumindest der
Igel ist ein wenig auf unserer Seite und gräbt die Ameisennester gerne
aus. Aber schön sind diese Löcher auch nicht, zumal er mehrmals
wiederkommt und nach weiteren Ameisen Ausschau hält.
Man kann sich
natürlich auch die Arbeit machen und unerwünschte Ameisennester
umsetzen. Dazu einfach einen mit Erde gefüllten Blumentopf (von
angemessener Größe versteht sich) neben die Ausgänge des alten Nestes
stellen und ein paar Tage warten. Die sich leicht erwärmenden
Blumentöpfe sind sowas wie Luxusappartments für Ameisen. Sind die
Ameisen eingezogen, kann man sie einfach an einen anderen Ort tragen.
Der Blumentopf gehört ihnen allerdings bis zum kommenden Jahr u.
eventuell auch darüber hinaus.

Ausgang eines
Ameisennestes - In der Vergrößerung erkennt man auch die Ameisen
Zum Schluss noch ein kurzer
Abschnitt zu Blattläusen: Am besten hilft bei einem massiven Befall
Omas altbewährte Brennnesselbrühe. Nach unserer Erfahrung gießt man
damit unverdünnt bei unbedingt TROCKENEM Wetter und die Blattläuse ergreifen
innerhalb weniger Stunden bis Tagen die Flucht. Bei Blattpflanzen (z.B. Petersilie)
geht es schneller, bei Bäumen dauert es länger und sollte mehrfach
wiederholt werden.
Übrigens: Brennnesselbrühe, die nicht stinkt, hilft
auch nicht. Der Geruch verfliegt aber sehr schnell. Und
Brennnesselbrühe kann auch nicht alt werden. Denn auch wenn die
Pflanzen keine Blattläuse haben, kann man sie hervorragend damit
düngen. Vor allem Tomaten finden das spitze. Eine Überdüngung ist -
anders als bei chemischen Düngern wie z.B. Blaukorn - nahezu
ausgeschlossen. Und ist der Topf leer,
einfach Wasser drauf und wieder ein paar Tage stehen lassen. Alle paar
Wochen dann wieder frische Blätter dazutun. Zum Verjauchen eignen sich
auch alle Unkräuter, die man nicht auf den Misthaufen werfen will,
solange sie keine Samen angesetzt haben. Denn dann würde man sie erst
recht im Garten verteilen. Auch die ausgegeizten Tomatentriebe können
verwendet werden.
Ansonsten gibt es für den Biogärtner nur ein wirklich unverzichtbares
Prinzip, um Schädlinge effektiv zu bekämpfen: das Absammeln.

Ekel und Mitleid
darf man beim Absammeln aber nicht haben. So wie bei diesen
Blattwespenraupen hier, die sonst von den Akeleien nichts übrig lassen
würden und sich weiter massenhaft vermehren. Absammeln - Überbrühen -
Kompost!
Prinzip 5: Nützlinge einladen
Wir laden die Nützlinge nicht
nur wegen der Schädlinge in unseren Garten ein, sondern auch weil wir
sie schön finden. So eine dicke Hummel ist doch nun wirklich süß! Oder
schau sich einer den Marienkäfer an.

Siebenpunkt-Stelldichein
Auch Igel, Erdkröte und
Weinbergschnecke sind herrlich anzuschauen. Aber wirklich nichts geht
darüber, wenn wir uns in einer lauen Sommernacht auf unseren "Berg"
stellen und die Fledermäuse beobachten.

Froschtreffen
Wir bemühen uns daher darum,
diese Tierchen in unserem Garten gezielt anzusiedeln. Dazu gibt es
eine ganze Reihe von wilden Ecken wie z.B. unseren Zierwein, der einen
großen Teil des Zauns bedeckt und der sich jedes Jahr weiter
ausbreitet. Darunter machen wir nichts. Auch das Laub wird nicht
weggeräumt.
Dann ist da natürlich noch
unser Abhang, der mit verschiedenen Laubbäumen und Kiefern bewachsen
ist. Auch dort machen wir nichts. Der alte, längst tote Kirschbaum,
der da steht, darf so weiter existieren. Zahlreiche Reisighaufen
bieten den Vögeln Nistmaterial und Igel und Spitzmaus ein Dach über
dem Kopf. Leider weiß das auch inzwischen unsere Katze, die diesen
Gartenteil über alles liebt. Sie macht es wieder gut, indem sie unsere
Nebengelasse von einer Mäuseplage (gewöhnliche Hausmäuse) befreit hat,
und sie hält die Wühlmäuse in Schach.
Der Strohhut wollte es
außerdem ganz perfekt machen und hat selbstgebaute Nistkästen für
Hummeln und Hornissen in den Garten gehangen. Sogar einen
Fledermauskasten hat er gebastelt. Aber bisher haben nur die Meisen
nachgeschaut, was denn da am Baum hängt. Zwei Meisenkästen haben wir
nämlich auch. Und Meisen sind äußerst neugierige Vögel.
Nur bei den Spinnen sind wir
uns uneins. Der Strohhut liebt sie und findet sie niedlich; Steffi
könnte jedoch gut und gerne auf sie verzichten. Da sich unser
Sandboden so wunderbar erwärmt, lieben Spinnen unseren Hang. Nichts
für den Arachnophobiker! Zumal es echt unangenehm ist, wenn alles,
aber auch wirklich alles über Nacht eingesponnen wird. Wir haben es
schon erlebt, dass sich im überdachten Gang zu des Strohhuts Werkstatt
an einem schönen Frühlingstag Hunderte von Zitterspinnen abseilten
oder abends eine ganze Reihe große Hausspinnen trafen. Uuh..., das war
wie in einem echten Hollywood-Horror-Schocker. Und im Herbst ziehen
sie allesamt ins Haus. Wie schön!
Unter
Nützlinge haben wir eine Galerie mit Abbildungen zu den bei uns
heimischen Tierchen erstellt, die laufend aktualisiert wird.
Prinzip 6: Saatgut selbst
erhalten
2010 wollten wir
damit beginnen, unser eigenes Saatgut zu produzieren. Okay, bisher
haben wir das in kleinem Umfang auch schon getan, z.B. bei den
Studentenblumen oder Tomaten und Kürbissen. Aber da die Saatgut-Preise
mittlerweile wirklich in die Höhe geschossen sind, wollen wir das
ausbauen. Wir erhoffen uns darüber hinaus, Saatgut zu erhalten, das
besser an unseren Standort angepasst und noch dazu keimfähiger ist.
Leider war 2010 bis auf Juni und Juli so verregnet, dass wir es 2011
erst wieder neu versuchen wollten. Aber da war der Sommer so
verregnet, dass Blüten und/oder Samenstände zu schimmeln anfingen!
Also wieder nichts.
Prinzip 7: Probieren geht über
Studieren!
Man kann noch so viele Bücher
übers Gärtnern oder über Pflanzen lesen - irgendwie entstehen dadurch
mehr Fragen, als beantwortet werden. So ist zumindest unser Eindruck.
Und in aller Regel können die Fragen nur beantwortet werden, wenn man
sich selber ausprobiert.
Manches, was wir in 2009 in
unserem Gemüsegarten getan haben, hat bei den "alten" Gartenhasen für
Verwunderung, Kopfschütteln oder sogar Ablehnung gesorgt. Zum Beispiel
wurde uns besorgt erklärt, dass man doch Buschbohnen nicht unter
Tomaten pflanzen dürfte. Einen Grund warum nicht, konnte uns aber
nicht genannt werden. Und was war? - Es hat toll funktioniert. Die
Bohnen haben mit ihren Knöllchenbakterien die Tomaten mit Stickstoff
versorgt. Wäre es nicht so feuchtwarm gewesen, so dass die Braunfäule
einen Großteil der Ernte vernichtet hätte, hätten wir Tonnen von
Tomaten geerntet! Gleichzeitig gab es so eine gute Bohnenernte, dass
wir sie irgendwann nicht mehr sehen konnten.
Hingegen hat die
angeblich - schon bei den Inka - bewährte Methode Mais u.
Stangenbohnen zu kombinieren nicht gut funktioniert. Die Bohnen
würgten die Kolbenentwicklung geradezu ab, obwohl wir eine extra dazu
geeignete Sorte (Stockbohne Magret) gekauft hatten. Die Bohnen selbst
blühten kaum und trugen entsprechend wenig, weil ihnen der Schatten
vom Mais nicht zusagte.
2009 war uns klar
geworden, dass wir die Tomaten in 2010 überdachen sollten. Obwohl
unsere Eltern das früher nie getan haben. Aber die Kraut- und
Braunfäule war da auch noch kein so großes Thema. Vielleicht sind
Tomaten aber auch einfach widerstandfähiger, wenn man sie mit Fäkalien
düngt? Obwohl Steffis Onkel immer Rinderdung benutzt und trotzdem
gegen den Pilz spritzen muss (im Gewächshaus!). Leider hatten wir zum
Überdachen aber keine Zeit. Das Wetter in Juni und Juli war aber auch
so heiß und trocken, dass die Tomaten nur so gediehen. Wir konnten
über 30 kg ernten. Und es wäre wohl doppelt so viel gewesen, wenn
nicht durch den vielen Regen in August und September die meisten
Tomaten aufgeplatzt wären. Für Freilandtomaten ist also in erster
Linie das Wetter ausschlaggebend.
Ähnlich sah es mit den
Bodendeckerpflanzen in unserem Garten aus. Was wurde nicht an dem
Unkraut Hahnenfuß unter den Rosen herumgemäkelt. Letztlich haben unsere Rosen toll
geblüht und waren gesund. Die Rosen andernorts hatten Sternrußtau und
vielleicht eine Blütenknospe.
Oder noch ein Beispiel: Mit
Rasenschnitt mulchen? Nein, dann würde alles anfangen zu faulen und verpilzen. Also bei uns hat nichts gefault oder war verpilzt. Alles
war schön saftig grün! Sogar im trockenen August. (Zu dick sollte man
frischen Rasenschnitt aber nicht auftragen. Nur so, dass der Boden
gerade bedeckt ist. Sonst könnte wirklich Fäulnis entstehen und die damit gemulchten Pflanzen würden leiden.)
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