Schatzkarte

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


    
    

 

 

"Ach, wenn es doch nur einen einfachen Plan gäbe, um einen perfekten Garten zu bekommen!"

 

In so manchem Gartenratgeber gewinnt man fast den Eindruck, dass es so einen Plan gäbe. Meistens wird einem zunächst einmal die Anschaffung zahlreicher Mittelchen und Geräte empfohlen. Noch dazu tun es nur "Qualitätssaatgut" und seltene Pflanzenraritäten. Doch SO eine "Schatzkarte" kann ja nun wirklich kein Mensch gebrauchen.

Da kriegt höchstens ein anderer einen Schatz. Nur nicht der Gärtner. Der wundert sich, warum seine neuesten Raritäten gleich im ersten Winter erfrieren, wo sie doch winterhart sein sollten. Antwort: Damit man es wieder versucht und dieselbe Pflanze ein zweites oder sogar drittes Mal kauft!

Also einen einfachen Plan gibt es wohl nicht. Aber beim Gärtnern ist doch eigentlich sowieso der Weg das Ziel!

Unseren Weg ans Ziel werden wir hier versuchen zu skizzieren. Nach und nach werden wir dann hoffentlich berichten können, welcher Weg uns tatsächlich ans Ziel geführt hat und welcher nicht.

 

Unsere Anbauprinzipien

 

Prinzip 1: Vermeidung von künstlichem Dünger (z.B. Blaukorn)

Wir benutzen keinen künstlichen Dünger in unserem Garten. Wenn man sich unseren "Strandsand" ansieht, ist eigentlich auch jedem sofort klar warum. Dieser überaus leichte Boden besitzt eine zu geringe Wasserhaltefähigkeit. Dünger würde ohnehin sofort wieder ausgewaschen werden. Kompost hingegen verbessert die Struktur des Bodens und damit seine Wasserhaltefähigkeit. Nur so ist eine Bepflanzung unserer Binnendüne möglich.

Eine Kombination von Kompost und Dünger macht nach unserem Dafürhalten auch wenig Sinn, denn der Dünger würde die wichtigen Mikroorganismen abtöten, die im Kompost leben. Das ist der Grund, warum in der industriellen Landwirtschaft die Böden irgendwann brach liegen müssen, weil sie ausgelaugt sind. Während der Brache siedeln sich dann diese Bodenlebewesen wieder an. Der Kompost beschleunigt diesen natürlichen Vorgang, indem er die Kleinstlebewesen praktisch auf den Sand "überträgt".

Kompost allein genügt jedoch noch nicht, denn er allein würde durch den Regen und die Pflanzen schnell zerfallen und seine Nährstoffe ebenfalls ausgewaschen werden, wodurch die Bodenlebewesen auch wieder absterben würden. Womit wir beim zweiten Gartenprinzip wären.

 

Prinzip 2: Mulchen

Wir mulchen, um den Boden vor Erosion zu schützen. So haben wir den Gemüsegarten im Sommer mit Kompost gemulcht, um den Boden vor Austrocknung zu schützen. Unsere frisch gepflanzte Brombeerhecke haben wir mit Rindenmulch gemulcht, ebenso die Ligusterhecke und die kleine Hibiskushecke im Ziergarten. Wir haben jedoch die Erfahrung machen können, dass eine lebendige Mulchschicht in Form von schwach zehrenden Bodendeckern am besten funktioniert und auch noch schön aussieht. Auf diesem Foto könnt Ihr Euch ein Beispiel ansehen:

 

Pfennigkraut als Bodendecker

Pfennigkraut als Bodendecker können wir wirklich jedem Gartenbesitzer für den Ziergarten empfehlen. Es ist absolut anspruchslos und passt sich jedem Boden und jedem Standort an. Es wächst sogar im Wasser! Aber auch auf unserem trockenen und sandigen Untergrund fühlt es sich wohl und breitet sich rasant aus, ohne die anderen Pflanzen zu erdrücken.

Unsere Rosen haben wir 2009 mit Birkenlaub gemulcht. Der Boden hat sich daraufhin so sehr verbessert, dass sich der Hahnenfuss von selber dort angesiedelt hat. Und der wächst eigentlich eher auf Fettwiesen. Erstaunlicherweise hat diese Bepflanzung toll funktioniert und auch ausgesehen. Allerdings musste der Hahnenfuss nach der Blüte zurückgeschnitten werden, da er braun und unansehnlich geworden war. Die Mehrarbeit machte er aber wieder wett, indem er ein zweites Mal geblüht hat und dann zusammen mit den Rosen. (Aber Vorsicht: bestimmte Hahnenfussarten sind fürchterliche Wurzelunkräuter!)

Übrigens funktionieren bei uns auch alle Sedum-Arten gut als Bodenbedeckung. Vor allem Mauerpfeffer und Tripmadam. Steinbrech geht auch prima. Der Boden bleibt dann aber eher sandig. Für die Unterpflanzung von Iris eignen sich diese Pflanzen daher bestens.

Im Gemüsegarten ist eine Bepflanzung mit Bodendeckern bei unseren Sandboden schwierig, weshalb wir 2009 mit Kompost gemulcht haben. Das hat auch prima funktioniert. Nur siedeln sich auf der Oberfläche des Kompost gern unerwünschte Unkräuter unbekannter Art an, die auch noch schreckliche Ausläufer bilden, weshalb wir es in diesem Jahr mit Kräutern und Blumen versuchen wollen. Die könnten mit ihrem Geruch auch gleich noch Schädlinge vertreiben. Womit wir uns schon mitten im Thema "Fruchtfolge und Mischkultur" befänden.

 

Prinzip 3: Fruchtfolge und Mischkultur

Gerade was den Gemüsegarten angeht, muss man neben Kompostgaben und Mulchen noch die jährlichen Fruchtfolgen berücksichtigen. Würde man mehrere Jahre hintereinander immer dieselben Pflanzen derselben Gattung (z.B. Kürbisgewächse nach Kürbisgewächsen) auf ein Beet pflanzen, würden sie mit der Zeit immer schwächlicher und kränker, der Ertrag würde zurückgehen oder ganz ausfallen. Sogar dann, wenn man jedes Jahr Kompost dazugäbe. Der Grund ist, dass die Pflanzen einer Gattung  immer die gleichen Nährstoffe aus dem Boden ziehen und dieselben sekundären Pflanzenstoffe im Boden hinterlassen. Für den Hausgarten bedeutet das, dass man auf einem Beet nur alle 4 Jahre dieselbe Gattung pflanzen sollte. Nach den Starkzehrern pflanzt man die Mittelzehrer, danach die Schwachzehrer und im vierten Jahr eine Gründüngung. Das macht eine gute Planung unerlässlich. Und es erklärt, warum man nicht auf ein Logbuch verzichten sollte.

Mischkulturen - also das Nebeneinanderpflanzen verschiedener Gattungen auf einem Beet - sollen dem Auslaugen des Bodens entgegen wirken und vor dem Befall mit Schädlingen schützen. Das klassische Beispiel für eine Mischkultur ist eine Kombination von Zwiebeln oder Lauch mit Möhren. Beide Arten sollen sich gegenseitig vor dem Befall mit Lauchmotten/Zwiebelfliegen bzw. Möhrenfliegen bewahren. An diesem Beispiel kann man auch gut erkennen, was ein klassisches Funktionsprinzip der Mischkultur ist: Tiefwurzler (Möhren) werden mit Flachwurzlern (Zwiebeln) kombiniert, so dass  sich die verschiedenen Pflanzenarten nicht gegenseitig die Nährstoffe wegnehmen können. (Auch wenn die moderne Wissenschaft die hilfreiche Wirkung von Zwiebeln und Möhren anzweifelt.)

Ein anderes Funktionsprinzip der Mischkultur ist das Kombinieren von schnell u. langsam wachsenden Pflanzen. Oder von niedrigen mit hohen Arten. Der folgenden Tabelle sind die jeweiligen Arten zu entnehmen:

 

Zwischenkultur
Unterpflanzung
Schnell wachsende Salatgemüse mit kurzer Kulturzeit
Langsam wachsende Salatgemüse mit langer Kulturzeit
Hohe & kletternde Pflanzen
Niedrige Pflanzen
Sommerrettich, Sommerradies
Kopfsalat
Mairüben
Schnittsalate (Gartenkresse, Koriander, Ölrauke, Raps, Senf, Endivie)
Blumenkohl
Rot- & Weißkohl
Brokkoli
Rosenkohl
Pastinaken
Wurzelpetersilie
Haferwurzel
Schwarzwurzel
Zwiebeln, Schalotten
Knollensellerie
Zuckermais
Kletternde Kürbisarten (u.a. Gurken)
Stangenbohnen, Feuerbohnen
Hohe Rosenkohlarten
Kriechend wachsende Kürbisse u. Gurken
Feldsalat*
Buschbohnen*
Schnittsalate*
Anm.: Zuckermais kann mit allen niedrigen Pflanzen kombiniert werden. Alle anderen genannten hohen Gemüsearten nur mit solchen unterpflanzen, die mit einem Sternchen gekennzeichnet sind.

Vorschläge für Zwischenkultur und Unterpflanzung (aus: Larcom, J. (1995). Der Gemüsegarten. Mosaik Verlag. S. 17.)

Wir versuchen Fruchtfolge und Mischkultur gemeinsam zu verwirklichen, was zu einer Reihe von Problemen führt. Zum Beispiel mögen wir lieber Starkzehrer essen (also Kürbis, Zucchini, Gurken, Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Melonen...) als Mittel- (Kohlrabi, Rüben aller Art, Salat) oder Schwachzehrer (Bohnen, Erbsen, Spinat). Außerdem braucht man für den Anbau von Starkzehrern nach unseren Erfahrungen deutlich mehr Platz als für Mittelzehrer oder Schwachzehrer. Beim jährlichen Wechsel der Anbauflächen müssten wir jedes Jahr unseren Gemüsegarten für die Starkzehrer vergrößern, um keine Fruchtfolgeprobleme zu bekommen. 

Hier findet ihr eine Liste der gängigsten Gemüsearten und ob sie Schwach-, Mittel- oder Starkzehrer sind.

Hinzu kommt noch, dass Bohnen und Erbsen zu den sogenannten "Leguminosen" gehören. Das heißt, sie produzieren in kleinen Verdickungen an ihren Wurzeln mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff, der ein wunderbarer Dünger ist. Daher pflanzen wir sie in Mischkultur mit den Starkzehrern an. Ein extra Beet nur für die Schwachzehrer entfällt also bei uns. Uns bleibt  demnach gar nichts anderes übrig, als die Bepflanzung im Gemüsegarten in jedem Winter neu bis ins Detail zu planen. Und das nicht nur für das kommende Jahr, sondern auch darüber hinaus. Wir sind selbst gespannt darauf, wie wir mit diesen Problemen in den kommenden Jahren umgehen werden.

 

Prinzip 4: Natürliche Schädlingseindämmung

Ein Teil der natürlichen Schädlingseindämmung (wir sprechen extra nicht von Schädlingsbekämpfung) wurde ja schon unter Prinzip 3 erläutert. Wir haben es uns als Ziel gesetzt, nach Möglichkeit nicht die chemische Keule hervorzuholen, wenn ein bestimmter Schädling in Massen bei uns auftritt. Aber in der Realität ist das oft nicht so leicht. Als Beispiel haben wir in einem früheren Kapitel bereits über die Spanische Wegschnecke und den Einsatz von Schneckenkorn gesprochen. Da hilft unserer Ansicht nach keine andere Maßnahme mehr.

Ein anderes Problem stellen in unserem "Sandgarten" die Ameisen dar. Wir werden mal versuchen, Euch alle Ameisenarten vorzustellen, die die Düne mit uns teilen. Es sind so einige. Eine Art kannten wir bisher noch gar nicht und haben sie auch noch nie woanders gesehen.

Hier geht`s zu den schwer zu fotografierenden und noch schwerer zu unterscheidenden Ameisen.

An sich haben wir nichts gegen Ameisen und tun ihnen auch nichts. Man muss aber schon sagen, dass es ein Kampf mit ihnen ist. Denn sie sind einfach überall. Unter jedem Stein, der auf dem Grundstück liegt, wohnt eine andere Kolonie. Im Sommer haben wir uns gewundert, wie unser frisch gesäter Rasen aussah - ein Sandhäufchen neben dem anderen und vom Rasen kaum was zu sehen. Und das führt dann dazu, dass man den Rasen nicht mehr nutzen kann z.B. für ein Sonnenbad. Zumindest der Igel ist ein wenig auf unserer Seite und gräbt die Ameisennester gerne aus. Aber schön sind diese Löcher auch nicht, zumal er mehrmals wiederkommt und nach weiteren Ameisen Ausschau hält.

Man kann sich natürlich auch die Arbeit machen und unerwünschte Ameisennester umsetzen. Dazu einfach einen mit Erde gefüllten Blumentopf (von angemessener Größe versteht sich) neben die Ausgänge des alten Nestes stellen und ein paar Tage warten. Die sich leicht erwärmenden Blumentöpfe sind sowas wie Luxusappartments für Ameisen. Sind die Ameisen eingezogen, kann man sie einfach an einen anderen Ort tragen. Der Blumentopf gehört ihnen allerdings bis zum kommenden Jahr u. eventuell auch darüber hinaus.

 

Ausgang eines Ameisennestes - In der Vergrößerung erkennt man auch die Ameisen

Zum Schluss noch ein kurzer Abschnitt zu Blattläusen: Am besten hilft bei einem massiven Befall Omas altbewährte Brennnesselbrühe. Nach unserer Erfahrung gießt man damit unverdünnt bei unbedingt TROCKENEM Wetter und die Blattläuse ergreifen innerhalb weniger Stunden bis Tagen die Flucht. Bei Blattpflanzen (z.B. Petersilie) geht es schneller, bei Bäumen dauert es länger und sollte mehrfach wiederholt werden.

Übrigens: Brennnesselbrühe, die nicht stinkt, hilft auch nicht. Der Geruch verfliegt aber sehr schnell. Und Brennnesselbrühe kann auch nicht alt werden. Denn auch wenn die Pflanzen keine Blattläuse haben, kann man sie hervorragend damit düngen. Vor allem Tomaten finden das spitze. Eine Überdüngung ist - anders als bei chemischen Düngern wie z.B. Blaukorn - nahezu ausgeschlossen. Und ist der Topf leer, einfach Wasser drauf und wieder ein paar Tage stehen lassen. Alle paar Wochen dann wieder frische Blätter dazutun. Zum Verjauchen eignen sich auch alle Unkräuter, die man nicht auf den Misthaufen werfen will, solange sie keine Samen angesetzt haben. Denn dann würde man sie erst recht im Garten verteilen. Auch die ausgegeizten Tomatentriebe können verwendet werden.

Ansonsten gibt es für den Biogärtner nur ein wirklich unverzichtbares Prinzip, um Schädlinge effektiv zu bekämpfen: das Absammeln.

 

Ekel und Mitleid darf man beim Absammeln aber nicht haben. So wie bei diesen Blattwespenraupen hier, die sonst von den Akeleien nichts übrig lassen würden und sich weiter massenhaft vermehren. Absammeln - Überbrühen - Kompost!

 

Prinzip 5: Nützlinge einladen

Wir laden die Nützlinge nicht nur wegen der Schädlinge in unseren Garten ein, sondern auch weil wir sie schön finden. So eine dicke Hummel ist doch nun wirklich süß! Oder schau sich einer den Marienkäfer an.

 

Siebenpunkt-Stelldichein

Auch Igel, Erdkröte und Weinbergschnecke sind herrlich anzuschauen. Aber wirklich nichts geht darüber, wenn wir uns in einer lauen Sommernacht auf unseren "Berg" stellen und die Fledermäuse beobachten.

 

Froschtreffen

Wir bemühen uns daher darum, diese Tierchen in unserem Garten gezielt anzusiedeln. Dazu gibt es eine ganze Reihe von wilden Ecken wie z.B. unseren Zierwein, der einen großen Teil des Zauns bedeckt und der sich jedes Jahr weiter ausbreitet. Darunter machen wir nichts. Auch das Laub wird nicht weggeräumt.

Dann ist da natürlich noch unser Abhang, der mit verschiedenen Laubbäumen und Kiefern bewachsen ist. Auch dort machen wir nichts. Der alte, längst tote Kirschbaum, der da steht, darf so weiter existieren. Zahlreiche Reisighaufen bieten den Vögeln Nistmaterial und Igel und Spitzmaus ein Dach über dem Kopf. Leider weiß das auch inzwischen unsere Katze, die diesen Gartenteil über alles liebt. Sie macht es wieder gut, indem sie unsere Nebengelasse von einer Mäuseplage (gewöhnliche Hausmäuse) befreit hat, und sie hält die Wühlmäuse in Schach.

Der Strohhut wollte es außerdem ganz perfekt machen und hat selbstgebaute Nistkästen für Hummeln und Hornissen in den Garten gehangen. Sogar einen Fledermauskasten hat er gebastelt. Aber bisher haben nur die Meisen nachgeschaut, was denn da am Baum hängt. Zwei Meisenkästen haben wir nämlich auch. Und Meisen sind äußerst neugierige Vögel.

Nur bei den Spinnen sind wir uns uneins. Der Strohhut liebt sie und findet sie niedlich; Steffi könnte jedoch gut und gerne auf sie verzichten. Da sich unser Sandboden so wunderbar erwärmt, lieben Spinnen unseren Hang. Nichts für den Arachnophobiker! Zumal es echt unangenehm ist, wenn alles, aber auch wirklich alles über Nacht eingesponnen wird. Wir haben es schon erlebt, dass sich im überdachten Gang zu des Strohhuts Werkstatt an einem schönen Frühlingstag Hunderte von Zitterspinnen abseilten oder abends eine ganze Reihe große Hausspinnen trafen. Uuh..., das war wie in einem echten Hollywood-Horror-Schocker. Und im Herbst ziehen sie allesamt ins Haus. Wie schön!

Unter Nützlinge haben wir eine Galerie mit Abbildungen zu den bei uns heimischen Tierchen erstellt, die laufend aktualisiert wird.

 

Prinzip 6: Saatgut selbst erhalten

2010 wollten wir damit beginnen, unser eigenes Saatgut zu produzieren. Okay, bisher haben wir das in kleinem Umfang auch schon getan, z.B. bei den Studentenblumen oder Tomaten und Kürbissen. Aber da die Saatgut-Preise mittlerweile wirklich in die Höhe geschossen sind, wollen wir das ausbauen. Wir erhoffen uns darüber hinaus, Saatgut zu erhalten, das besser an unseren Standort angepasst und noch dazu keimfähiger ist. Leider war 2010 bis auf Juni und Juli so verregnet, dass wir es 2011 erst wieder neu versuchen wollten. Aber da war der Sommer so verregnet, dass Blüten und/oder Samenstände zu schimmeln anfingen! Also wieder nichts.

 

Prinzip 7: Probieren geht über Studieren!

Man kann noch so viele Bücher übers Gärtnern oder über Pflanzen lesen - irgendwie entstehen dadurch mehr Fragen, als beantwortet werden. So ist zumindest unser Eindruck. Und in aller Regel können die Fragen nur beantwortet werden, wenn man sich selber ausprobiert.

Manches, was wir in 2009 in unserem Gemüsegarten getan haben, hat bei den "alten" Gartenhasen für Verwunderung, Kopfschütteln oder sogar Ablehnung gesorgt. Zum Beispiel wurde uns besorgt erklärt, dass man doch Buschbohnen nicht unter Tomaten pflanzen dürfte. Einen Grund warum nicht, konnte uns aber nicht genannt werden. Und was war? - Es hat toll funktioniert. Die Bohnen haben mit ihren Knöllchenbakterien die Tomaten mit Stickstoff versorgt. Wäre es nicht so feuchtwarm gewesen, so dass die Braunfäule einen Großteil der Ernte vernichtet hätte, hätten wir Tonnen von Tomaten geerntet! Gleichzeitig gab es so eine gute Bohnenernte, dass wir sie irgendwann nicht mehr sehen konnten.

Hingegen hat die angeblich - schon bei den Inka - bewährte Methode Mais u. Stangenbohnen zu kombinieren nicht gut funktioniert. Die Bohnen würgten die Kolbenentwicklung geradezu ab, obwohl wir eine extra dazu geeignete Sorte (Stockbohne Magret) gekauft hatten. Die Bohnen selbst blühten kaum und trugen entsprechend wenig, weil ihnen der Schatten vom Mais nicht zusagte.

2009 war uns klar geworden, dass wir die Tomaten in 2010 überdachen sollten. Obwohl unsere Eltern das früher nie getan haben. Aber die Kraut- und Braunfäule war da auch noch kein so großes Thema. Vielleicht sind Tomaten aber auch einfach widerstandfähiger, wenn man sie mit Fäkalien düngt? Obwohl Steffis Onkel immer Rinderdung benutzt und trotzdem gegen den Pilz spritzen muss (im Gewächshaus!). Leider hatten wir zum Überdachen aber keine Zeit. Das Wetter in Juni und Juli war aber auch so heiß und trocken, dass die Tomaten nur so gediehen. Wir konnten über 30 kg ernten. Und es wäre wohl doppelt so viel gewesen, wenn nicht durch den vielen Regen in August und September die meisten Tomaten aufgeplatzt wären. Für Freilandtomaten ist also in erster Linie das Wetter ausschlaggebend.

Ähnlich sah es mit den Bodendeckerpflanzen in unserem Garten aus. Was wurde nicht an dem Unkraut Hahnenfuß unter den Rosen herumgemäkelt. Letztlich haben unsere Rosen toll geblüht und waren gesund. Die Rosen andernorts hatten Sternrußtau und vielleicht eine Blütenknospe.

Oder noch ein Beispiel: Mit Rasenschnitt mulchen? Nein, dann würde alles anfangen zu faulen und verpilzen. Also bei uns hat nichts gefault oder war verpilzt. Alles war schön saftig grün! Sogar im trockenen August. (Zu dick sollte man frischen Rasenschnitt aber nicht auftragen. Nur so, dass der Boden gerade bedeckt ist. Sonst könnte wirklich Fäulnis entstehen und die damit gemulchten Pflanzen würden leiden.)