Paddeltour auf dem Seddinsee und durch den Gosener Graben

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


    
    

 

Der Seddinsee liegt südöstlich von Berlin und man kann auf ihm von Berlin Köpenick bis nach Gosen fahren. Für Paddler ist das jedoch mehr als eine Tagesstrecke. Wir machen es daher meist so, dass wir in Zeuthen unser faltbares Paddel-Boot einsetzen und dann am rechten Ufer entlang Richtung Gosen paddeln. Zwischendurch geht`s in den Gosener Graben und zurück durch den Gosener Kanal, welcher parallel zum Graben verläuft, und dann wieder linke Uferseite zurück zum Ausgangspunkt. Das dauert zwar nur wenige Stunden, aber es genügt. Man kann ja im Sommer auch noch eine Badepause einlegen. Die Picknickpause unterwegs ist eh Pflicht.

Vor allem wenn man nach einem langen Winter wieder zur alten Paddlerkonstitution zurückfinden möchte, bietet sich die relativ kurze Strecke an.

Übrigens ist der Seddinsee eigentlich gar kein richtiger See, sondern ein Teil der Dahme. Insofern kann man noch sehr viel weiter fahren, als wir es hier beschrieben haben. Wer mehr wissen möchte, sollte den See einfach mal googeln!

Der Gosener Graben ist nur ein winzig kleines Teilstück des Seddinsees. Nach unserer Meinung viel zu klein! Sein besonderes Flair erhält der Graben, indem er sich durch ein Sumpfgebiet schlängelt. Dadurch bekommt man während der Fahrt das Gefühl, sich mitten im südamerikanischen Dschungel zu befinden. Es fehlt nur noch das Geschrei der Brüllaffen.

Was sofort auffällt, wenn man hinein fährt, ist, dass der Trubel des Sees mit seinem Segelbooten, Motoryachten und Badegästen dort nicht mehr zu spüren und auch nicht zu hören ist. Es ist still! Man hört nichts als die Vögel, rauschende Bäume und das Plätschern des Wassers unterm Kiel. In Zeiten, in denen so gut wie jede Wasserstraße ausgebaut ist und noch breiter (und gerader) ausgebaut wird, ist es eine Wohltat, nicht weiter sehen zu können als bis zur nächsten Biegung.

Und noch ein Tipp: Wenn man im Frühsommer fährt, ist das Wasser aufgrund der Blütenpollen nicht klar, man kann aber jede Menge Vögel beobachten und belauschen. Im Spätsommer hingegen sind die Vögel fast verstummt, aber das Wasser hat sich geklärt und man kann zahlreiche Fischschwärme beobachten, die am Boot entlang gleiten.

 

 

 

Auf dem Seddinsee ist selten Flaute, daher ist er ein Eldorado für Segelboote. Es werden sogar regelmäßig Segelregattas abgehalten. Für uns Paddler ist es jedoch oft nervig, wenn ein Gewässer so voll ist. Der Paddler sucht auf dem Wasser schließlich nicht Schnelligkeit sondern Ruhe!

 

 

Schaut Euch den Strohhut an! Dann wisst Ihr, dass so eine Paddeltour mehr als entspannend ist. Ohne Kopfbedeckung kriegt man übrigens auf so einem See schnell einen Sonnenstich.

 

 

Eingang zum Gosener Graben vom Seddinsee aus: Der Gosener Graben ist ein Naturschutzgebiet. Entsprechend dürfen dort keine Motorboote fahren. Da durch die hohen Bäume kein Lüftchen weht, ist er für Segler ebenfalls uninteressant. Fazit: Einer der wenigen Orte, an denen das Paddlerherz höher schlägt.

 

 

Die Schönheit des Gosener Grabens mit einem Foto wiedergeben zu wollen, muss scheitern. Die Atmosphäre ergibt sich aus einer Vielzahl von Eindrücken: die Farben, das Wetter, der Geruch, die Jahreszeit, die Geräusche ...

 

 

Es gibt viele Tiere im und am Wasser, aber die wenigsten lassen sich so seelenruhig fotografieren wie dieser Reiher hier.

(An den Baumstämmen hier sieht man übrigens gut, dass der Gosener Graben keineswegs so urwüchsig ist, wie man denk, wenn man hindurchpaddelt. )

Es handelt sich übrigens um einen Graureiher. Im Gegensatz zu etwa einem Kranich, läuft und fliegt er mit einem gekrümmten Hals herum. Es sei denn, er hat etwas entdeckt, was einer näheren Untersuchung bedarf.

Ein Graureiher auf Fischjagd - sowie dieser hier - wird übrigens auch als "Fischreiher" bezeichnet.