Freiflächenstauden

- 2010 -

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


    
    

 

 

 

Natürlich blühen Gänseblümchen sehr früh im Jahr, und man könnte sie deshalb auch zu den Frühblühern zählen, dennoch sind sie als typische Wiesenblumen im eigentlichen Sinne Freiflächenstauden.

Hier mal eine gefüllte Züchtung, die leider nicht langlebig ist und sich auch nicht bereitwillig aussamt wie die wilde Variante.

 

 

Eine weitere Wiesenblume - Iris sibirica, die es im Gegensatz zur Trockenheit liebenden Iris barbata/germanica eher nährstoffreich und feucht haben will. Trockenere Standorte werden jedoch auch vertragen, so lange es genügend Nährstoffe gibt. Ansonsten stellt die Pflanze die Blüte ein und ist somit ihrer Schönheit beraubt.

Mittlerweile hat man übrigens auch die Urform züchterisch veredelt. Es gibt inzwischen auch weiße und rosa Varietäten dieser Irisart.

 

 

Die Blüten der Bergflockenblume (blau - Centaurea montana) und der Flockenblume (violett - Centaurea dealbata) zeigen die Verwandtschaft zur einheimischen Kornblume (Centaurea cyanus).

Schneidet man die Pflanzen nach der Blüte auf ca. 10 cm zurück, vermeidet man unansehnliche, vom Mehltau und anderen Pilzen befallene Pflanzen, da sie neu austreiben und sogar wieder blühen.

 

 

Ebenfalls sehr vergänglich - einjähriger Mohn, den es in vielen verschiedenen Farben gibt und der so gut wie keine Bodenansprüche stellt.

Auch wenn die einzelnen Blüten schnell abgeblüht sind, so sehen doch auch die Samenkapseln sehr dekorativ aus! Diese sollte man im Garten trocknen lassen und erst ernten, wenn die Kapseln ganz braun und der Samen blaugrau geworden sind - kurz bevor die Samenkapseln von allein aufplatzen.

Übrigens sind die Farben intensiver, je nährstoffreicher der Boden ist, auf dem sie wachsen.

 

 

Auch die Margeriten blühen jetzt. Die bunte Strauchmargerite etwas vor der einheimischen weißen Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare). Letztere versamt sich frei in unserem Garten und überrascht uns jedes Jahr aufs Neue, ohne lästig zu werden. Einfacher kann man sich den Sommer nicht in den Garten holen.

 

 

Eine sehr dankbare Staude ist die Himmelsleiter (Polemonium), die auch Jakobsleiter genannt wird, weil die himmelblauen Blüten wie bei einer Wendeltreppe am Stiel angeordnet sind. Sofern man der Pflanze einen nährstoffreichen sonnigen Standort im Garten überlässt, bedeckt sie in kürzester Zeit den Boden und bewahrt ihn vor dem Austrocknen und dem Unkraut. Die Pflanze ist durch Samen leicht zu vermehren.

 

 

Wer jetzt glaubt, dass des Strohhuts Lieblingsblumen Rosen oder Clematis seien, der irrt. Profaner könnte es nicht sein: Die Eselsdistel (Onopordum acanthium) hat sein Herz erobert!

Unser Exemplar ist aber auch eine Wucht! Sie überragt mittlerweile sogar den Strohhut.

Leider handelt es sich um eine nur zweijährige Distelart. Die Pflanze bildet im ersten Jahr eine relativ kleine und sehr flache Blattrosette. Erst im zweiten Jahr beginnt sie zu wuchern.

ACHTUNG: Da es sich um ein Wildkraut handelt, das noch dazu eine Pfahlwurzel ausbildet, sollte man die Samenkapseln nicht heranreifen lassen. Die Disteln können sich andernfalls wie wild ausbreiten.

 

 

Wer wie wir eher trockenen und durchlässigen Sandboden in seinem Garten hat, wird um ihn hier nicht herum kommen - Steppen- oder Hainsalbei (Salvia nemorosa). Es gibt ihn in verschiedenen Sorten, z.B. in Lila, in Blau, in Rosa oder eben in Weiß. Die weiße Variante heißt "Adrian".

Übrigens blüht dieser Salbei den ganzen Sommer hindurch und bietet Bienen, Hummeln und Schmetterlingen immer eine Nahrungsquelle. Gleichzeitig kann ihm selbst die größte Hitze und Trockenheit nichts anhaben, nein, er liebt sie sogar! Pflegeleichter geht`s nun wirklich nicht!

Er erreicht einen Durchmesser von 50 cm und wird genauso hoch. Daher verdeckt er die grauen Böschungssteine perfekt.

 

 

Auf den ersten (flüchtigen) Blick ähnelt die Blüte der Skabiose der der Sterndolde. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch leicht die Unterschiede, zumal die Skabiose es eher sonnig mag und ihre Blütenköpfe längst nicht so zahlreich wie die der Sterndolde sind.

Außerdem: Der zartlila Farbton der Skabiose ist nicht leicht zu entdecken. Dennoch ist es eine lohnenswerte Staude, da sie kaum Pflege benötigt, abgesehen vom jährlichen Rückschnitt im Herbst.

Da sie nicht besonders hoch wird, gehört die Staude im Beet in den Vordergrund.

 

 

Auch Gräser gehören zu den Freiflächenstauden. Hier die duftigen Blütenrispen vom Reitgras "Karl Foerster".

 

 

Nur ca. 2 cm Durchmesser hat die Blüte der Witwenblume (Knautia). Dafür schiebt eine Staude unermüdlich zahlreiche Köpfchen, die bei uns zwischen den weißen Dolden von Koriander Höhepunkte setzen.

 

 

So sehen Korianderstängel aus, wenn man sie von unten fotografiert.

 

 

Auch in diesem Jahr blühte ab Ende Juni wieder der Borretsch. Für Hummeln und Bienen sind die Blüten einheimischer Kräuter im Sommer eine unersetzliche Pollenquelle, denn eine Vielzahl von Stauden vertragen die heißen Temperaturen von über 30 ° C nicht und stellen ihre Blüte ein.

Ebenfalls bereits verblüht sind die meisten Gehölze. Was sonst noch Blüten hat im Sommer, sind häufig hoch gezüchtete Prachtstauden oder andere Blumen, die zwar überall in den Gärten anzutreffen sind, die aber keinen Pollen liefern oder für unsere einheimischen Pollensammler nicht zugänglich sind, da die Natur sie für andere Insekten entworfen hat.

 

 

Fotogen, lecker und auch noch ein weiterer wichtiger Pollenlieferant - Dill!

 

 

Ähnlichkeit mit einer Skabiose hat der Riesen-Schuppenkopf (Cephalaria), verwandt ist er aber eher mit den Disteln. Stachelig sind aber nur die Samenstände. Die eigentliche Pflanze ist ca. 60 cm hoch. Daraus erwächst ein mindestens 1,50 m hoher Blütenstängel.

 

 

Sandig und trocken mag es das Hohe Schleierkraut (Gypsophila paniculata). Das Foto zeigt die gefüllte rosa  Variante, die aber nicht so hoch wird wie die ungefüllte weiße Sorte (nämlich ca. 1 m). Letztere samt sich bei geeignetem Standort auch aus. So wächst es z.B. wie eine Wiesenblume wild auf dem Trockenrasen unserer Nachbarn.

 

 

Skurril sehen die Blüten der Indianernessel (Monarda fistulosa) schon aus. Dennoch sind sie ein absoluter Hingucker. Bei uns wächst die Staude vollsonnig am Teich, was ihr angesichts zahlreicher Blüten auch gut gefällt.

Leider verträgt sie sommerliche Temperaturen über 30 °C nicht gut, zumal der Sand sich bei uns dank des fehlenden Rasens enorm aufheizt und die Hitze somit noch verstärkt.

Wir mussten auch bereits feststellen, dass ihre Blätter bei zu feuchtem Wetter schnell vom Mehltau befallen werden und dann abfallen, so dass die Staude mittlerweile kaum noch Blätter hat.

 

 

Disteln kann man nie genug haben. Hier eine Blaue Kugeldistel.

 

 

 

Wenn es um Freiflächenstauden geht, kommt man um die Schafgarbe (Achillea millefiorum) nicht herum. Jeder hat sie schon einmal gesehen, und fast jeder Gartenbesitzer ärgert sich, wenn sie sich in seinem Rasen oder seinen Beeten breit macht. Denn diese einheimische Schafgarbenart samt sich beständig und zuverlässig aus und ist nur sehr schwer wieder zu entfernen dank ihrer vielen Ausläufer.

Andererseits ist sie nicht giftig, nicht hässlich und ihre Blätter duften sogar wunderbar. Deshalb wohl ist die Schafgarbe und einige ihrer zahlreichen Verwandten mittlerweile zu einem züchterischen Lieblingsobjekt avanciert, dass es nicht mehr nur in Weiß, sondern auch in Rosa, Pink, Lachs, Gelb, Apricot und Rot gibt. Darüber hinaus hat man versucht, ihren Ausbreitungsdrang zu bändigen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

Dabei gibt es in der großen Familie der Schafgarben auch einige Vertreter, die zumindest keine lästigen Ausläufer produzieren, so dass es sich für den Gartenbesitzer durchaus lohnt, sich eingehender mit dieser Pflanzengruppe zu beschäftigen. Und da es sich auch noch um anspruchslose, trockenheitsverträgliche Stauden handelt, ist es uns immer noch ein Rätsel, warum es sie im Handel nur selten zu kaufen gibt.

 

 

 

Ebenfalls trockenheits- und hitzeverträglich sowie ein zuverlässiger Spätsommerblüher ist der Purpurne Sonnenhut (Echinacea rubra), der sich einfach mittels Aussaat vermehren lässt.

Unsere Exemplare haben wir aus Samen selbst gezogen, was wir nur empfehlen können, da es wesentlich günstiger ist, als die Pflanzen mehrjährig im Handel zu kaufen. Die Pflanzen bilden bereits im ersten Jahr Blüten, die wochenlang halten!

Mittlerweile gibt es Sonnenhüte in allen möglichen Farben und Formen, so dass wohl für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Diese Hybridsorten lassen sich aber nicht über Samen vermehren.

 

 

Auch die Korea-Minze (Agastache rugosa "Heronswood Strain") haben wir aus Samen selber gezogen. Sie ist ein absoluter Schmetterlingsmagnet!

Die Pflanzen sind mehrjährig. Allerdings sind die Sämlinge wohl frostempfindlich, weshalb man sie nicht schon im Herbst im Freien aussät, sondern ab Mitte Februar im Haus vorzieht. Leider haben diese Prozedur bei uns nur 5 Pflanzen überstanden. Wir sind gespannt, wie sie den kommenden Winter überstehen und ob sie sich nicht eventuell sogar selbst aussamen.

 

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