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Wir fassen unter diese Rubrik nicht
nur Fäulnis- und Welkekrankheiten, sondern auch Ruß- und
Brandkrankheiten. Kurzum: alles was durch Pilze, Bakterien oder Viren hervorgerufen wird. |
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Schrotschusskrankheit - Das Foto zeigt den massiven Befall der
Blätter und der Früchte im Mai. Schreitet die Krankheit weiter fort,
werden die noch braunen Stellen irgendwann ausfallen, und die Blätter
sehen aus wie mit Schrot durchschossen (daher der Name
"Schrotschusskrankheit").
Ursache ist ein
Pilz, der sich in besonders kühlen und regnerischen Frühjahren (wie
2019) gern auf allen Steinobstarten (Pflaumen, Kirschen, Aprikosen,
Pfirsiche) breit macht. Da die Pilzsporen von den oberen Blätter
abgewaschen werden und auf die darunter liegenden tropfen, ergibt sich
das charakteristische Bild dieser Erkrankung. Man denkt, die oberen
Triebe wären gesund, und die Krankheit würde von unten nach oben auf den
Baum wandern. Dabei ist eigentlich der gesamte Baum befallen.
Bekämpfen lässt
sich das ganze nur, indem beim geringsten Anzeichen die betroffenen
Blätter, Früchte und Äste abgeschnitten werden. Spitzmittel gegen den
Pilz sind im Hobbygarten nicht zugelassen. Wichtig ist, nur bei
trockenem Wetter zu schneiden, damit die Schnittstellen abtrocknen
können und der Pilz nicht über die Wunde in den Baum hinein wandert. Aus
dem gleichen Grund müssen die verwendeten Werkzeuge anschließend
desinfiziert werden.
Bei uns hat sich
der Pilz in kürzester Zeit über den gesamten - noch kleinen - Kirschbaum
ausgebreitet. Um die übrigen Bäume zu schützen, werden wir ihn wohl
roden müssen.
P.S.: Der Strohhut hat es
einfach nicht übers Herz gebracht, den Baum zu roden und statt dessen
alle Äste mit der Hoffnung auf einen gesunden Neuaustrieb abgeschnitten.
Jetzt steht nur noch der Stamm.
P.S.S.: Nachdem auch das
Abschneiden der Äste einen erneuten Befall nicht verhindern konnte, hat
der Strohhut fast den gesamten Stamm abgeschnitten ca. 40 cm über dem
Boden. Der Baum trieb neu und GESUND aus!!! Vorerst jedenfalls.
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Eine der häufigsten
Erkrankungen aller Steinobstarten ist die Monilia. Diese
Krankheit kann in zwei Erscheinungsformen auftreten: 1.) als
Spitzendürre der Zweige oder 2.) als Fruchtfäule (siehe Foto).
Bei uns hat die kleine
Süsskirsche von Steffis Mutter Monilia. Aber nur gering, so dass wir
trotzdem über 600 g Kirschen von dem Bäumchen ernten konnten. Für die 5
Zweige war das ohnehin schon fast zuviel. Sie drohten unter der
Fruchtlast abzubrechen.
Wirklich beseitigen lässt sich
ein Monilia-Befall nicht (Fungizide gibt es nur für die Spitzendürre,
aber im Biogarten eh nicht anzuwenden). Die Bäume blühen und fruchten
trotzdem. Um den Ernteausfall nicht zu groß werden zu lassen, empfiehlt
es sich, befallene Früchte oder gar abgestorbene Zweige unbedingt zu
entfernen. Auch das Bepflanzen der Baumscheibe mit Kapuzinerkresse oder
Brennnesseln soll helfen.
Letztlich entscheidend ist aber
das Wetter. Feuchtes Klima begünstigt Monilia.
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Auch wenn der Name
dieser Erkrankung unserer Süßkirsche ein wenig irreführend ist:
Sprühfleckenkrankheit, so handelt es sich doch um einen Pilz. Schaut
man sich nur die Oberfläche der befallenen Blätter an, könnte man die
Krankheit mit einigen anderen verwechseln, Erst ein betrachten der
Blattunterseite offenbart einen weißlichen Pilzbelag, der typisch ist.
Der Pilz befällt alle
Vertreter der Prunus-Familie, also nicht nur Süßkirschen sondern auch
Sauerkirschen, Vogelkirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Mandeln, Schlehen
oder Pflaumen. Dies macht die biologische Bekämpfung sehr schwierig,
denn diese besteht aus dem Entfernen und Vernichten befallener Blätter.
Diese erscheinen noch dazu erst ab Juni. Feuchte Witterung begünstigt
den Befall.
Werden die Bäume
mehrere Jahre immer wieder von dem Pilz befallen, schwächt es sie sehr
stark, da sie schon ab Anfang Juli kaum noch Blätter haben können. Junge
Bäume können nach drei bis vier Jahren sogar absterben!
Da wir in 2010 bereits
einen Süßkirschbaum an die Schrotschusskrankheit verloren haben, werden
wir vorerst abwarten, wie es mit dem zweiten Baum weiter geht, der
ebenfalls von Steffis Mutter stammt. |
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Sternrußtau auf
einem Rosenblatt - Der Pilz (Diplocarpon rosae) kann das
Absterben des Rosenstocks verursachen und muss daher unbedingt bekämpft
werden.
Ähnlich sieht übrigens der
Rosenrost aus, der jedoch von einem anderen Pilz (Phragmadium
tuberculatum oder P. mucronatum) hervorgerufen wird. In der
Bekämpfung unterscheiden sich beide Krankheiten jedoch nicht voneinander.
Im Biogarten verbieten sich aber
Fungizide jeder Art. Von daher hilft nur das wöchentliche Entfernen
befallener Blätter (auch schon mit nur geringsten Flecken auf den
Blättern; keine Angst, die Rosen treiben fortwährend neu aus) und
Versorgung der Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen über Kompost oder
Tierdung.
Es hilft auch, die Rosen
zusätzlich einmal wöchentlich bei trockener Witterung mit Jauche
zu düngen (besonders empfohlen: Schachtelhalmbrühe, denn diese enthält
viel Kieselsäure, die die Blätter stärkt).
Vorbeugend sollte man die Rosen
sonnig und luftig pflanzen und den Wurzelballen durch eine lebendige
Mulchschicht (Begleitpflanzen) vor dem Austrocknen schützen.
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Feuchtes Wetter begünstigt bei Erdbeeren
die Entstehung der Rotfleckenkrankheit. Eine sehr ähnliche
Erkrankung der Erdbeerblätter stellt die Weißfleckenkrankheit dar. Beide
Erkrankungen werden aber durch unterschiedliche Pilze hervorgerufen.
Dabei haben sie aber sehr viel gemeinsam.
Die Erkrankung ist sortenabhängig.
Entsprechend ist bei uns nur "Hummi Gento" betroffen. Die alte Sorte der
Vorbesitzer steht hingegen wie eine Eins. Die Erdbeeren tragen trotzdem,
sind aber für weitere Erkrankungen geschwächt.
Wirklich bekämpfen lassen sich die
Pilze nicht, wenn man auf Chemie verzichten möchte. Man sollte auf
resistente Erdbeersorten zurückgreifen und nach dem zweiten Standjahr
den Standort wechseln. Außerdem sollte man die Pflanzen nach dem
Abernten ausputzen - also alte und welke Blätter entfernen. |
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Ebenfalls stark von der
Witterung abhängig ist Grauschimmel, dessen Sporen einfach
überall in Luft und Boden vorkommen. Neben den gezeigten Erdbeeren
können viele weitere Kulturpflanzen davon befallen werden: Gurken,
Brombeeren, Bohnen, Himbeeren, Kopfsalat, Spargel, Tomaten, Weintrauben,
zwiebeln. Auch Blumen können unter Grauschimmel leiden. An Tulpen nennt
man die Erkrankung Tulpenfeuer, an Narzissen Narzissenfeuer.
Sogar vor Nadelbäumen (Fichten, Tannen) macht der Pilz nicht halt.
Im Grunde handelt es sich um einen
Schwächeparasiten, der in erster Linie bereits geschwächte Pflanzen
befällt. Die Schwächung kann auch durch eine Überdüngung mit Stickstoff
hervorgerufen werden (z.B. durch Überdüngung mit Rinderdung), weil die
Pflanzen dann sehr empfindliches Gewebe bilden.
Bei Erdbeeren wird empfohlen, die
Pflanzen mit Stroh zu mulchen, um für eine trockenere Lagerung der noch
heranreifenden Früchte zu sorgen. Generell ist für mehr Belüftung,
Trockenheit und Licht zu sorgen. Dies schließt regelmäßiges Hacken mit
ein, damit das Wasser möglichst schnell versickern kann. Auf eine
stickstoffbetonte Düngung sollte vorerst verzichtet werden. Es gibt auch
eine Reihe biologischer Spritzmittel zur Vorbeugung (z.B. Oscorna
Pilzvorbeuge).
Da bei uns wieder mal nur die
Erdbeersorte "Hummi Gento" betroffen ist, werden wir uns aber einfach
der Pflanzen entledigen und diese Sorte NIE WIEDER anbauen.
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Die Eckige Blattfleckenkrankheit
befällt ausschließlich Kürbisgewächse. Bei uns befiel die Krankheit, die
durch das Bakterium Pseudomonas syringae pv. lachrymans
hervorgerufen wird, im August 2010 die Salatgurken. Alle anderen
Kürbisgewächse (Melonen, Zucchini, Kürbisse) waren nicht betroffen.
Innerhalb von vier Wochen waren alle Gurkenpflanzen vollständig
eingegangen (unteres Bild).
Typisch für die Krankheit sind die auf dem oberen Bild gut zu
erkennenden Blattflecken, die immer zwischen den Blattadern entstehen
und das Blatt nach und nach vollständig verwelken lassen. Auch die
Früchte können befallen werden. Sie bleiben im Wachstum zurück, werden
erst grün und später gelb, bevor sie ganz verfaulen.
Der Pseudomonas-Erreger überwintert in
Pflanzenrückständen - auch im Saatgut. Deshalb kommen als
Übertragungswege nur bereits infizierte Erde oder aber Saatgut in
Betracht. Da wir die Erkrankung in den letzten beiden Jahren an anderen
Standorten ebenfalls hatten, können wir unser (gekauftes!!!) Saatgut
eindeutig als Quelle identifizieren. Ab 2011 werden wir andere Samen
besorgen und diese 24 h vor dem Säen in warmem Kamillentee beizen. Laut
Literatur ist aber auch dann nicht damit zu rechnen, dass man den
Erreger völlig ausgeschaltet hat. Dieser kann nämlich bis zu 2,5 Jahre
im Boden überleben und z.B. durch Insekten oder auch das Gießwasser
weiter verbreitet werden. Daher ist eine entsprechend weite Kulturfolge
ebenso wichtig wie das Beizen des Saatguts. |
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Ab der zweiten Jahreshälfte
werden die Zucchini unausweichlich von Echtem Mehltau befallen.
Im Gegensatz zu vielen anderen pilzlichen Erkrankungen wird Echter
Mehltau durch trockenes Wetter begünstigt (Schönwetterpilz). Es gibt
ziemlich viele Mehltau-Arten. Jede Art befällt nahezu ausschließlich ein
bestimmtes Gewächs. Feinde hat der Mehltau auch, so z.B. der gelbe
Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer und einige Blattwespenarten, die den
Pilz fressen. Allerdings ist der so wüchsig, das ihm das nichts
ausmacht. Abwehrende Pflanzen sind Basilikum, Knoblauch, Schnittlauch
oder Kerbel.
Auf Düngung mit Stickstoff sollte
verzichtet werden, um das Pflanzengewebe nicht noch zarter und
empfindlicher zu machen. Es gibt auch eine ganze Reihe biologischer
Pflanzenstärkungsmittel zu kaufen. Auch vorbeugende Spritzungen mit
Milch sollen helfen. Alle diese Maßnahmen haben wir aber noch nicht
ausprobiert, da es die Zucchinis vorwiegend zu einer Zeit im Jahr
betrifft, in der man von ihnen meist schon die Nase voll hat (wegen
großer Ernte vorher und man kann die Früchte ja schlecht lagern oder
einmachen).
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Hier der Klassiker der
Pflanzenkrankheiten schlechthin: die Kraut- und Knollenfäule, die
an den Tomaten auch Braunfäule genannt wird. Man sieht ja warum.
Der Pilz befällt auch Kartoffeln, wo er über das Grün in die Knollen
eindringt und diese faulen lässt.
Vom Ausbruch der Krankheit bis zum
vollständigen Absterben einer Pflanze vergehen oft nur ein paar Tage.
Nur wenige Tomatensorten besitzen genügend Widerstandsfähigkeit, so dass
sie nur gering befallen werden oder sich davon erholen. Wildtomaten
werden gar nicht befallen. Fleischtomaten sind besonders
empfindlich. Faustregel: Je kleiner die Früchte, desto robuster.
Feuchtwarme Luft begünstigt auch hier wieder die Erkrankung.
Früher, als der pilzliche Erreger
seine Sporen noch nicht überall im Boden verbreitet hatte, wurde dem
Hobbygärtner oft empfohlen, seine Tomaten niemals neben Kartoffeln zu
pflanzen, um die Übertragung zu verhindern. Mittlerweile kann aber davon
ausgegangen werden, dass die Pilzsporen derart verbreitet sind, dass
dieser Ratschlag schlicht als Hohn bezeichnet werden muss.
Diese Verbreitung hat dazu geführt,
dass der Freilandanbau von Tomaten am besten mittels einer Überdachung
funktioniert, denn diese verhindert, dass die Regentropfen den Boden
durch ihren Aufprall an die Tomatenpflanze schleudern und damit den Pilz
übertragen können. Aus dem selben Grund sollte man Tomaten nie beregnen
und nur von unten gießen. Ausschlaggebend ist aber dennoch in erster
Linie das Wetter. Bei dauerhaft feuchtkühler Luft hilft auch die beste
Überdachung nicht.
Andere vorbeugende Maßnahmen sind, für
einen ausreichend luftigen Stand zu sorgen (1 x 1 m) und regelmäßig
auszugeizen. Letzteres jedoch nur bei trockenem Wetter, damit die
Bruchstelle abtrocknen kann. chemische spitzmittel verbieten sich, denn
sie enthalten Kupfer und schädigen somit massiv die Regenwürmer.
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Selbst wenn man glaubt, von vorneherein
alles richtig gemacht zu haben, um einer bestimmten Krankheit
vorzubeugen... Manchmal ist es schon mehr als frustrierend. Uns ereilte
dieses Schicksal im August 2010 an den Stockrosen. Was haben wir es
nicht schon mit diesen wunderschönen und doch so empfindlichen Pflanzen
versucht! Und doch findet der Malvenrost sie immer wieder.
Laut Literatur hilft es am ehesten,
die Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen und nicht auf
verdichtete Böden zu pflanzen. Dazu können wir nur sagen, dass wir hier
gar keinen verdichteten Boden haben und ausreichend mit Kompost gedüngt
wurde. Einziges weiteres Mittel ist das ständige Entfernen der
befallenen Blätter, was aber leider dazu führt, dass die Pflanzen nur
noch winzig klein aus der Ede herausschauen.
In 2011 sollen sie ja das erste Mal
blühen. Bisher sind die Pflanzen bei uns aber immer vorher eingegangen.
Wir werden Euch berichten, ob das auch dieses Mal so ist. |
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