Das Gold des Gärtners...

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


    
    

 

... ist sein Kompost!

Deshalb wird er wohl meist in der hintersten Gartenecke versteckt und angehäuft und führt in Gärtnerkreisen regelmäßig zu Streit! ;-)

Na etwas Wahres ist schon dran. Denn Kompost ist wertvoll! Das wissen wir besonders gut, da wir ja bekanntlich auf einem Haufen Flugsand wohnen. Gibt man dem Boden nicht regelmäßig die Nährstoffe zurück, die die Pflanzen und die natürliche Bodenerosion ihm entziehen, wächst irgendwann kaum noch etwas. Vor allem für einen ertragreichen Obst- und Gemüsegarten ist Kompost unentbehrlich. Dies gilt aber ebenso für Rosen und im Prinzip auch für blühfreudige Stauden. Selbst der beste Dünger vermag nicht, was der Kompost kann. Aus dem eigenen Garten ist er noch dazu umsonst. Daher sollte kein Hobbygärtner auf seine eigene Kompostmiete verzichten.

 

Streit entsteht meist dann, wenn zwei Gärtner sich über ihre Kompostproduktion austauschen.

Da gibt es nämlich so viele Meinungen wie Sand auf unserer Düne.

Wir zählen hier mal einfach ein paar sehr häufige Meinungen und unseren Standpunkt auf:

 

Meinung 1: Kompost herzustellen ist kompliziert.

Unsere Erfahrung besagt genau das Gegenteil. im Grunde braucht man nicht einmal die vielen, käuflich zu erwerbenden Hilfsmittel.

 

Meinung 2: Ein Komposthaufen stinkt.

Eigentlich tut er das nicht, jedenfalls nicht, wenn man alles richtig macht. (Wir sprechen hier natürlich von einem Komposthaufen, wie ihn ein durchschnittlicher Hobbygärtner im Garten hat. Misthaufen aus Tierdung sind damit nicht gemeint.) Also nichts Gekochtes oder Gebackenes auf den Misthaufen werfen. Küchenabfälle sollten außerdem möglichst bald mit einer Lage Rasenschnitt oder Erde abgedeckt werden.

Neben die Terrasse würden wir einen Komposthaufen aber auch nicht setzen; hauptsächlich wegen der Fruchtfliegen, die er anzieht.

Auch sollte man seine Garten- oder Küchenabfälle immer möglichst breit verteilen. Vor allem frischer Rasenschnitt beginnt in großen Mengen angehäuft sehr schnell damit, einen unerträglichen Gestank zu verbreiten und Millionen von Fliegen anzuziehen.

 

Meinung 3: Ein Komposthaufen macht `ne Menge Arbeit.

Dafür gibt es ja die praktischen Kompostbehälter. Oben Abfälle rein und unten Kompost raus. Fertig. Aber wer mag, kann sich auch gerne Arbeit machen.

Am praktischsten ist wohl die 3-Kammer-Technik. Dabei wechselt jedes Jahr die Kammer, in der der Pflanzenschnitt landet. Eine Kammer dient dem Rotten und die dritte Kammer liefert frischen Kompost für das aktuelle Gartenjahr. Wir haben es aber noch nicht geschafft, das in unserem Garten umzusetzen, obwohl wir genügend Platz hätten. Uns fehlte bisher einfach die Zeit zum Bau der drei Kammern.

Man muss sich übrigens auch nicht unbedingt die Mühe machen, alles Kompostiergut auf ca. 10 cm Länge zu schneiden oder den Kompost regelmäßig durchzumischen. Es verrottet so oder so. Klein geschnitten und durchmischt geht es aber schneller. Wer dann auch noch zerkleinerte Eierschalen kompostiert, muss seinen Kompost nicht einmal regelmäßig mit Kalk füttern. Auch eine weitere Düngung mit Pflanzentees und Brühen halten wir für überflüssig. Teebeutel (ohne Klammern und bedruckte Etiketten) kann man aber gerne auf den Kompost tun. Losen Tee und Kaffeesatz erst recht. Auch Pappe verrottet sehr gut, sie wird nämlich von den Regenwürmern vergöttert.

 

Meinung 4: Ein Komposthaufen zieht Ungeziefer, vor allem Ratten, an.

Das kommt darauf an, was man raufschmeißt. Brot, Kuchen, Fleisch und Wurst oder Fisch sollte man auf keinen Fall kompostieren. Dann kommen tatsächlich die Ratten. Da hilft dann auch kein Kompostbehälter. Denn Ratten können sehr gut riechen und graben und sind verrückt danach! Pflanzliche Küchenabfälle hingegen sind für sie total uninteressant, selbst wenn sie gekocht sind. Im Winter können aber selbst die pflanzlichen Abfälle das ein oder andere Tier anziehen. Bei uns sind es vor allem Krähen und Rehe. Ob auch Ratten kommen, wissen wir nicht. Aber unsere Katze hat noch keine gefangen. Apropos Katze: Altes Katzenfutter landet bei uns ebenfalls nicht auf dem Kompost.

 

Allerdings wohnen die Mäuse gern in den immer schön warmen und überdachten Kompostbehältern. Auch eine Form von Katzenfutter!

Mäuse hält man am besten durch regelmäßiges Gießen der Miete in Schach. Denn wer wohnt schon gerne in einem feuchten Loch?

 

Meinung 5: Kompostieren darf man nur gut zerkleinerte Abfälle.

Naja... je kleiner, desto schneller rottet es. Aber: Schneller heißt unserer Ansicht nach nicht besser. Denn je schneller ein Kompost hergestellt wird, desto eher kann es zu Fruchtfolgeproblemen beim Wieder-Einbringen des Komposts in die Beete kommen, weil im Kompost noch sekundäre Pflanzenstoffe enthalten sein können.

 

Meinung 6: Nach einem halben Jahr ist der Kompost fertig.

Das kann man sogar in einigen "Fachbüchern" lesen. Doch das ist nach unserem Dafürhalten falsch. Was man dann hat, ist allenfalls halbgarer Grobkompost. Würde man den verwenden, würden aufgrund der hohen Fäulnisrate die damit gedüngten Pflanzen auch verfaulen. Auch als Mulchkompost dürfte er eher schlecht als recht geeignet sein; mit Ausnahme von reinem Laubkompost. Richtig guten Kompost erhält man im 2. Rotte-Jahr. Älterer Kompost hingegen zerfällt bei der Verwendung sehr schnell zu normaler Gartenerde. Wahrscheinlich weil ein Großteil der Nährstoffe dann bereits ausgewaschen wurde.

 

Meinung 7: Man kann auch kranke Pflanzenteile oder Unkräuter auf den Komposthaufen tun. Das wird bei den hohen Temperaturen im Inneren zersetzt.

Mal ehrlich, wer macht sich schon die Arbeit, kranke Pflanzen und Unkräuter wie z.B. Ackerwinde in der Mitte des Komposthaufens zu vergraben? Richtig, kaum einer! Wir auch nicht. Von daher bleibt das ein oder andere Teil oder die Samen davon ja doch an der Oberfläche und... Schon hat man es überall, wenn man den Kompost verteilt! Auch mit Maden befallenes Fallobst sollte nicht einfach so auf den Komposthaufen, weil die Maden sich dann weiter entwickeln und kräftig vermehren. Also entweder tief vergraben oder in die Mülltonne!

 

Meinung 8: Man darf kein Laub auf den Komposthaufen tun.

Wir fragen uns, woraus der Kompost dann noch besteht. Okay, ein bisschen Rasenschnitt und ein paar Küchenabfälle. Davon kann man aber doch keinen Garten ausreichend mit Kompost versorgen! Außerdem: Wohin dann mit dem Laub? Teuer entsorgen? Nee, nee... Also wir mischen immer alles und haben noch keine schlechten Erfahrungen damit gemacht.

Allerdings gibt es auch sehr schwer verrottbares Laub, z.B. Eichenlaub, das sehr viele Gerbstoffe enthält. Ein paar Blätter auf dem Kompost schaden nicht, aber die Blätter einer großen Eiche plus der Eicheln sollten nicht auf den Kompost. Wir haben dafür unseren Abhang. Aber uns ist klar, dass das purer Luxus ist. Früher hat man Laub einfach verbrannt. Die Asche ist ein hervorragender Dünger. Allerdings können wir das nur empfehlen, wen man auch sicher ist, dass kein Igel mit auf dem Scheiterhaufen landet! Und man sollte auch nicht jedes Wochenende kokeln, schon der Nachbarn wegen. Brandschutz muss natürlich auch gewährleistet sein.

Eine andere Möglichkeit, dieses Laub trotzdem zu verwerten, ist eine eigene Kompost-Miete nur für Laub. Man kann es auch einfacher (und preiswerter) haben und das Laub einfach in blickdichte Müllbeutel tun. Diese lässt man dann ganz einfach so lange stehen, bis aus den Blättern  Laubkompost geworden ist. Die Methode funktioniert übrigens auch bestens mit lästigen Wurzelunkräutern wie z.B. Giersch.

 

Meinung 9: "Ein Kompost, der vor Nässe trieft, der außerdem so fest geschichtet wurde, daß kein Sauerstoff ihn durchdringen kann, ein solcher Kompost wird unweigerlich faulen. In seinem Inneren entstehen dichte, dunkle, speckige Schichten."

(aus: Kreuter, M.-L. (1981). Der BIO-Garten. Gemüse, Obst und Blumen naturgemäß angebaut. München: BLV. S. 53.)

Keine Ahnung, was uns die Autorin damit sagen will. Wer verdichtet denn schon seinen Kompost? Da schaue man sich doch nur die Mieten in der Landwirtschaft an. Kein Mensch baut da für all die Tonnen an Abfällen teure Komposter! Und der Kompost wird zu ... Kompost eben. Was soll "speckig" bedeuten? Wenn es regnet, kann Kompost schon mal von speckiger Konsistenz sein. Ist aber eher ein Zeichen von Qualität. Ach ja, die Autorin meint, der Kompost würde in einem wilden Haufen faulig. Dazu muss man wissen, dass Kompost nur zu einem kleinen Teil durch Würmer entsteht. Die pflanzlichen Überreste werden von Millionen Mirkoorganismen und Pilzen zersetzt. Diesen Vorgang bezeichnet man nun mal allgemein als "Fäulnis". Aber auch das bestreitet die Autorin in ihrem Buch auf derselben Seite.

 

 

Eines sollte man allerdings auf gar keinen Fall kompostieren: Tannen- oder Kiefernnadeln! Sie verrotten nämlich nicht. Man sollte sie aber auch nicht einfach im Garten liegen lassen, denn sie übersäuern den Boden. Das kann man mit einem einfachen PH-Test aus der Apotheke selber schnell überprüfen.

Eine geringe Menge Kiefernnadeln kann vorübergehend auf dem Erdbeerbeet als Mulch dienen. Das hält Schnecken eher ab und die Erdbeeren trocken. Auch unter Rhododendren oder Heidelbeeren entfalten die Nadeln eine gewünschte Wirkung, da diese Pflanzen sauren Waldboden bevorzugen.

Die meisten Tannennadeln sollte man jedoch entweder verbrennen und die Asche kompostieren, oder man kehrt sie regelmäßig zusammen und entsorgt sie anderweitig, z.B. bei einer öffentlichen Kompostieranlage.