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Meinung 1: Kompost
herzustellen ist kompliziert.
Unsere Erfahrung besagt genau das
Gegenteil. im Grunde braucht man nicht einmal die vielen, käuflich zu
erwerbenden Hilfsmittel.
Meinung 2: Ein Komposthaufen
stinkt.
Eigentlich tut er das nicht,
jedenfalls nicht, wenn man alles richtig macht. (Wir sprechen hier
natürlich von einem Komposthaufen, wie ihn ein durchschnittlicher
Hobbygärtner im Garten hat. Misthaufen aus Tierdung sind damit nicht
gemeint.) Also nichts Gekochtes oder Gebackenes auf den
Misthaufen werfen. Küchenabfälle sollten außerdem möglichst bald
mit einer Lage Rasenschnitt oder Erde abgedeckt werden.
Neben
die Terrasse würden wir einen Komposthaufen aber auch nicht setzen;
hauptsächlich wegen der Fruchtfliegen, die er anzieht.
Auch
sollte man seine Garten- oder Küchenabfälle immer möglichst breit
verteilen. Vor allem frischer Rasenschnitt beginnt in großen Mengen
angehäuft sehr schnell damit, einen unerträglichen Gestank zu
verbreiten und Millionen von Fliegen anzuziehen.
Meinung 3: Ein Komposthaufen
macht `ne Menge Arbeit.
Dafür gibt es ja die praktischen
Kompostbehälter. Oben Abfälle rein und unten Kompost raus. Fertig.
Aber wer mag, kann sich auch gerne Arbeit machen.
Am praktischsten ist
wohl die 3-Kammer-Technik. Dabei wechselt jedes Jahr die Kammer, in
der der Pflanzenschnitt landet. Eine Kammer dient dem Rotten und die
dritte Kammer liefert frischen Kompost für das aktuelle Gartenjahr.
Wir haben es aber noch nicht geschafft, das in unserem Garten
umzusetzen, obwohl wir genügend Platz hätten. Uns fehlte bisher
einfach die Zeit zum Bau der drei Kammern.
Man muss sich übrigens auch
nicht unbedingt die Mühe machen, alles Kompostiergut auf ca. 10 cm
Länge zu schneiden oder den Kompost regelmäßig durchzumischen. Es
verrottet so oder so. Klein geschnitten und durchmischt geht es aber
schneller. Wer dann auch noch zerkleinerte Eierschalen kompostiert,
muss seinen Kompost nicht einmal regelmäßig mit Kalk füttern. Auch
eine weitere Düngung mit Pflanzentees und Brühen halten wir für
überflüssig. Teebeutel (ohne Klammern und bedruckte Etiketten) kann man
aber gerne auf den Kompost tun. Losen Tee und Kaffeesatz erst recht.
Auch Pappe verrottet sehr gut, sie wird nämlich von den Regenwürmern
vergöttert.
Meinung 4: Ein Komposthaufen
zieht Ungeziefer, vor allem Ratten, an.
Das kommt darauf an, was man
raufschmeißt. Brot, Kuchen, Fleisch und Wurst oder Fisch sollte man auf keinen
Fall kompostieren. Dann kommen tatsächlich die Ratten. Da hilft dann
auch kein Kompostbehälter. Denn Ratten können sehr gut riechen und
graben und sind verrückt danach! Pflanzliche Küchenabfälle hingegen
sind für sie total uninteressant, selbst wenn sie gekocht sind. Im
Winter können aber selbst die pflanzlichen Abfälle das ein oder andere
Tier anziehen. Bei uns sind es vor allem Krähen und Rehe. Ob auch
Ratten kommen, wissen wir nicht. Aber unsere Katze hat noch keine
gefangen. Apropos Katze: Altes Katzenfutter landet bei uns ebenfalls
nicht auf dem Kompost.

Allerdings wohnen
die Mäuse gern in den immer schön warmen und überdachten
Kompostbehältern. Auch eine Form von Katzenfutter!
Mäuse hält man
am besten durch regelmäßiges Gießen der Miete in Schach. Denn wer
wohnt schon gerne in einem feuchten Loch?
Meinung 5: Kompostieren darf
man nur gut zerkleinerte Abfälle.
Naja... je kleiner, desto
schneller rottet es. Aber: Schneller heißt unserer Ansicht nach nicht
besser. Denn je schneller ein Kompost hergestellt wird, desto eher
kann es zu Fruchtfolgeproblemen beim Wieder-Einbringen des Komposts in
die Beete kommen, weil im Kompost noch sekundäre Pflanzenstoffe
enthalten sein können.
Meinung 6: Nach einem halben
Jahr ist der Kompost fertig.
Das kann man sogar in einigen
"Fachbüchern" lesen. Doch das ist nach unserem Dafürhalten falsch. Was
man dann hat, ist allenfalls halbgarer Grobkompost. Würde man den
verwenden, würden aufgrund der hohen Fäulnisrate die damit gedüngten
Pflanzen auch verfaulen. Auch als Mulchkompost dürfte er eher schlecht
als recht geeignet sein; mit Ausnahme von reinem Laubkompost. Richtig guten Kompost erhält man im 2.
Rotte-Jahr. Älterer Kompost hingegen zerfällt bei der Verwendung sehr
schnell zu normaler Gartenerde. Wahrscheinlich weil ein Großteil der
Nährstoffe dann bereits ausgewaschen wurde.
Meinung 7: Man kann auch
kranke Pflanzenteile oder Unkräuter auf den Komposthaufen tun. Das
wird bei den hohen Temperaturen im Inneren zersetzt.
Mal ehrlich,
wer macht sich schon die Arbeit, kranke Pflanzen und Unkräuter wie
z.B. Ackerwinde in der Mitte des Komposthaufens zu vergraben? Richtig,
kaum einer! Wir auch nicht. Von daher bleibt das ein oder andere Teil
oder die Samen davon ja doch an der Oberfläche und... Schon hat man es
überall, wenn man den Kompost verteilt! Auch mit Maden befallenes
Fallobst sollte nicht einfach so auf den Komposthaufen, weil die Maden
sich dann weiter entwickeln und kräftig vermehren. Also entweder
tief vergraben oder in die Mülltonne!
Meinung 8:
Man darf kein Laub auf den Komposthaufen tun.
Wir
fragen uns, woraus der Kompost dann noch besteht. Okay, ein bisschen
Rasenschnitt und ein paar Küchenabfälle. Davon kann man aber doch
keinen Garten ausreichend mit Kompost versorgen! Außerdem: Wohin dann
mit dem Laub? Teuer entsorgen? Nee, nee... Also wir mischen immer
alles und haben noch keine schlechten Erfahrungen damit gemacht.
Allerdings gibt es auch sehr schwer verrottbares Laub, z.B.
Eichenlaub, das sehr viele Gerbstoffe enthält. Ein paar Blätter auf
dem Kompost schaden nicht, aber die Blätter einer großen Eiche plus
der Eicheln sollten nicht auf den Kompost. Wir haben dafür unseren
Abhang. Aber uns ist klar, dass das purer Luxus ist. Früher hat man
Laub einfach verbrannt. Die Asche ist ein hervorragender Dünger.
Allerdings können wir das nur empfehlen, wen man auch sicher ist, dass
kein Igel mit auf dem Scheiterhaufen landet! Und man sollte auch nicht
jedes Wochenende kokeln, schon der Nachbarn wegen. Brandschutz muss
natürlich auch gewährleistet sein.
Eine
andere Möglichkeit, dieses Laub trotzdem zu verwerten, ist eine eigene
Kompost-Miete nur für Laub. Man kann es auch einfacher (und
preiswerter) haben und das Laub einfach in blickdichte Müllbeutel tun.
Diese lässt man dann ganz einfach so lange stehen, bis aus den
Blättern Laubkompost geworden ist. Die Methode funktioniert
übrigens auch bestens mit lästigen Wurzelunkräutern wie z.B. Giersch.
Meinung 9:
"Ein Kompost, der vor Nässe trieft, der außerdem so fest geschichtet
wurde, daß kein Sauerstoff ihn durchdringen kann, ein solcher Kompost
wird unweigerlich faulen. In seinem Inneren entstehen dichte, dunkle,
speckige Schichten."
(aus: Kreuter,
M.-L. (1981). Der BIO-Garten. Gemüse, Obst und Blumen naturgemäß
angebaut. München: BLV. S. 53.)
Keine Ahnung,
was uns die Autorin damit sagen will. Wer verdichtet denn schon seinen
Kompost? Da schaue man sich doch nur die
Mieten in der Landwirtschaft an. Kein Mensch baut da für all die
Tonnen an Abfällen teure Komposter! Und der Kompost wird zu ...
Kompost eben. Was soll "speckig" bedeuten? Wenn es regnet, kann
Kompost schon mal von speckiger Konsistenz sein. Ist aber eher ein
Zeichen von Qualität. Ach ja, die Autorin meint, der Kompost würde in
einem wilden Haufen faulig. Dazu muss man wissen, dass Kompost nur zu
einem kleinen Teil durch Würmer entsteht. Die pflanzlichen Überreste
werden von Millionen Mirkoorganismen und Pilzen zersetzt. Diesen
Vorgang bezeichnet man nun mal allgemein als "Fäulnis". Aber
auch das bestreitet die Autorin in ihrem Buch auf derselben Seite.
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