Der Berliner Tierpark

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


    
    

 

Wer nicht aus Berlin oder dem Umland stammt, ist wahrscheinlich etwas verwirrt, wenn er sich in Deutschlands Hauptstadt dazu entscheidet, einen Tiergarten zu besuchen. Denn nicht nur, dass Berlin gleich zwei davon hat (den Zoo und den Tierpark), auch der Park in der Stadtmitte trägt den verwirrenden Namen "Tiergarten", ist aber gar keiner. Die Einheimischen haben selbstverständlich keinerlei Entscheidungsschwierigkeiten, denn Zoo und Tierpark stellen beide lohnenswerte Ausflugsziele dar, die eifrig genutzt werden.

Wer allerdings einmal im Tierpark war, wird sehr schnell seine Vorzüge erkennen. Er ist nämlich längst nicht so überlaufen wie der Zoo. Außerdem versteht er sich nicht einfach nur als Sammlung möglichst vieler Arten, sondern als Landschaftstiergarten. Und mit 160 Hektar ist er auch noch der größte dieser Art in ganz Europa. Was zur Folge hat, dass es unmöglich ist, alle Teile des Parks an einem Tag zu bewältigen. Doch obwohl der Tierpark schöner als der Zoo ist und noch so viel Reserven für eine artgerechtere Tierhaltung durch VIIIEEEEL Platz bietet (völlig anders als der vollgestopfte Zoo), gab und gibt es immer wieder Versuche, den weniger besuchten Tierpark zu schließen. Wir möchten daher die Homepage auch dazu nutzen, um den Tierpark von der gärtnerischen Seite vorzustellen. Denn besonders viele Ausflugsziele für Gartenliebhaber bieten Berlin und Umland eher nicht. Und wenn man dann auch noch die vielen tollen Tiere sehen und erleben kann, ist es ja umso lohnenswerter!

Die folgenden Fotos entstanden im August 2010. Je nach Jahreszeit sieht der Park natürlich anders aus. Selbst im Winter lohnt sich der Besuch, denn der Tierpark ist auch ein Schlosspark mit einem alten Baumbestand und angelegten Wasserkanälen, welche dann ihren eigenen Reiz entfalten. Wer mit der U-Bahn anreist, wird am Haupteingang Bärenschaufenster den Park betreten. Wer mit dem Auto kommt, parkt am besten auf dem zwar kostenpflichtigen Parkplatz etwas die Straße am Tierpark hinunter, betritt den Park aber durch den schöneren Eingang (so wie wir) direkt am Schloss Friedrichsfelde. Da gibt es übrigens nur selten eine Schlange an der Kasse.

 

 

 

Die Blumenrabatten vor dem Eingang waren Anfang August natürlich in Hochform. Leider gibt es im Park nicht mehr sehr viel davon außer vor und hinter dem Schloss. Schöner wäre es natürlich, wenn der Tierpark - was das anbelangt - wieder zu alter Form zurückfinden und den Park auch in anderen Bereichen so schmücken würde.

Wenn man den Park noch von früher kennt, merkt man leider an jeder Ecke, dass das Geld für die Bepflanzung fehlt. Auch wenn das besser ist, als am Personal oder den Tieren zu sparen, können wir uns Kritik nicht verkneifen, denn nach unserer Ansicht werden so keine neuen Besucher in den Park gelockt. Stattdessen denken die Alteingesessenen: "Früher war`s irgendwie schöner!"

Das Potenzial des Tierparks ist DER PARK, in dem die Tiere barrierefrei gezeigt werden könnten. Wenn weiterhin nur gespart statt investiert wird, wird tatsächlich in nicht allzu langer Zeit nur noch der enge und mit Menschen vollgestopfte Zoo existieren, während der Tierpark in Friedrichsfelder Schlosspark umbenannt wird, um den sich niemand kümmert und in welchem die Junkies Müll in den Gebüschen hinterlassen wie in so vielen Berliner Stadtparks.

 

 

Im Haus der Riesenschildkröten hat uns diese Madagaskarpalme überrascht. Wir wussten schlichtweg nicht, dass diese Dinger so schön blühen können. Die Madagaskarpalme war aber auch über 4 m hoch, und die Blüte saß ganz oben. Die meisten Besucher haben sie gar nicht bemerkt.

 

 

Im Park gibt es einige sehr schöne Hecken aus Roseneibisch, die teilweise überreich geblüht haben. Da sich der Strohhut auch eine solche Hecke (allerdings in bunt) angelegt hat, war das natürlich ein Highlight unseres Besuchs.

 

 

Vor dem Schlangenhaus gibt es diesen Schildkrötenteich. Wieder so ein Beispiel für ein Gehege, dem eine Überarbeitung mal wieder ganz gut tun würde. Auch wenn es den Schildköten bombig ging.

 

 

 

Diese Bilder stammen aus dem Krokodilhaus, das erst vor kurzem saniert worden ist. Besonders der Bepflanzung sieht man das auch an. Alles wuchs kräftig und wunderschön. Die Krokodile und Schildkröten wurden glatt zur Nebensache! Manchmal wäre aber ein Schildchen ganz schön, um zu wissen, um welche Pflanze es sich handelt. Na, man kann nicht alles haben.

Der rot blühende Hibiskus war natürlich auch hier wieder ein Highlight.

 

 

 

 

Das sind Fotos des nach historischem Vorbild wiedererstandenen Gartens hinter dem Friedrichsfelder Schloss. Das Schloss selbst war bei unserem Besuch leider gerade eingerüstet, weshalb wir es nicht fotografiert haben. Ja, man kann das Schloss auch besichtigen und sogar darin heiraten.

Die Rabattenbepflanzung aus einjährigen Sommerblumen eingefasst von Buchsbaumhecken hat uns übrigens besonders gut gefallen. Auch weil die Gärtner mit einem Trick gearbeitet haben, um die Pflanzen alle auf eine Höhe zu bringen. In der Mitte des relativ schmalen Streifens zwischen der Buchsbaumeinfassung haben sie einen ca. 20-30 cm hohen Erdwall aufgeschüttet und oben auf diesen die niedrigeren Blumen gesetzt. Die höheren Blumen standen dann am Fuße dieses Walls.

In den Rabatten befanden sich:

  • einjähriger Phlox in vielen Farben

  • einfache gelbe Tagetes

  • Ringelblumen

  • Mutterkraut

  • Kornblumen

  • Löwenmäulchen

  • Ziertabak.

 

 

 

Das ist der Bereich vor dem Schloss. Auch dort waren die Gärtner fleißig. Allerdings haben wir etwas Schatten gebraucht an dem heißen Tag Anfang August, so dass wir nicht näher herangegangen sind. Früher standen hier Volieren mit Papageien. Diese Käfige waren allerdings winzig und wurden abgeschafft. Dafür patroullieren hier jetzt die bettelnden Pelikane, die eigentlich den Bereich der Wasserkanäle ihr Eigen nennen.

 

 

Hier ein solcher Wasserkanal. Zwischen den Kanälen liegen eine ganze Reihe Tiergehege, in denen verschiedenes Damwild zu sehen ist.

 

 

Hier der Beweis für die vielen alten Bäume im Park. Auf einigen finden sich auch Gravuren russischer Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg! Aber die könnt Ihr ja selber suchen.

 

 

Seit 1975 gibt es im Tierpark einen kleinen Staudengarten, der dem berühmten Karl Förster zu Ehren angelegt und nach ihm benannt worden ist. Nach unserer Ansicht sollte so ein viel größerer Teil des Parks bepflanzt werden, denn dieser kleine Garten ist eine Entdeckung! Aber trotz vieler florierender Gartenbauzentren scheint Sponsoring ein Fremdwort für die Verantwortlichen zu sein! Während im Zoo an jeder Bank oder Anlage steht, wer gesponsert hat, sucht man Derartiges im Tierpark vergebens. Den Eindruck systematischen "Austrocknens" finanzieller Quellen des Tierparks kann man da nicht außen vor lassen.

 

 

Hier mal die Wildpferdeanlage und die Kamelanlage, die eigentlich nur Anfang und Konzept des Tierparks zeigen sollen. Da kann man mal sehen, wer die Idee von der Barrierefreiheit wirklich hatte! Ist nämlich gar keine moderne Erfindung. Der Eindruck riesiger Weiten täuscht übrigens nicht. Die Tiere haben sagenhaft viel Platz.

Die Ränder vor dem Wassergraben waren früher übrigens mit Stauden und Blumen bepflanzt. Da ist heute nur noch Steppe.

 

 

Was hier so idyllisch und perfekt angelegt aussieht, ist in Wirklichkeit das Gehege der Kattas. Schön oder? Genau so sollte die Zukunft des Tierparks aussehen. Landschaftlich und gärtnerisch reizvoll angelegte Tiergehege, die dem Anspruch artgerechter Tierhaltung spielend gerecht werden und gleichzeitig das Auge des Betrachters erfreuen. Langeweile dürfte dann auf beiden Seiten der Barriere nicht aufkommen.

Fazit des Tierparkbesuchs:

Er lohnt einen Besuch und ist so viel mehr als nur ein Abenteuerspielplatz für Familien mit Kindern. Er hat aber auch noch so viel ungenutztes Potenzial, dass man sich nur kopfschüttelnd fragen kann, warum es nicht genutzt wird.

Deshalb hier explizit der Aufruf an Euch alle: Fahrt nach Berlin in den TIERPARK! Ausdrücklich in den TIERPARK! Der ist auch überhaupt nicht so schwierig zu erreichen, wie immer gesagt wird. Ganz im Gegenteil. Zoo ist viel schwieriger und voller und enger und teurer und anstrengender und ...

 

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